Saint-Germain l’Auxerrois

Die Kirche Saint-Germain l’Auxerrois, die sich im 1. Arrondissement in der Nähe des Louvre befindet, gehört zu den ältesten und auch bedeutendsten Kirchen in Paris. Sie ist dem heiligen Germanus geweiht, der im 5. Jahrhundert Bischof der Gemeinde Auxerre war. Die Pfarrkirche war ab dem 14. Jahrhundert die offizielle Hofkirche, nachdem sich der Königspalast auf der Île de la Cité  in den Louvre verlagert hatte. Sie diente außerdem als Grabkirche für viele bedeutende Künstler, die am Königshof angestellt waren.

Von außen fällt das Bauwerk vor allem durch den hohen nördlichen Turm auf. Dieser wurde erst 1860 zusätzlich zu dem schon bestehenden kleinen südlichen Turm unter der Leitung des Architekten Théodore Ballu erstellt. Weitere Merkmale sind das große Rosenfenster sowie das Vordach mit einem Geländer, das die gesamte Kirche umrandet.

st germain l'auxerrois außen

Links neben der Kirche befindet sich ein identisch aussehendes Gebäude, in dem sich das Rathaus des 1. Arrondissements befindet. Es wurde zur Zeit des Zweiten Kaiserreichs von dem Architekten Jakob Ignaz Hittorff gebaut, der auch für die Gestaltung der Brunnen auf dem Place de la Concorde bekannt ist.

Schon im sechsten Jahrhundert entstand auf Anweisung von Childebert I. an dem Platz eine erste Kirche unter dem Namen Saint-Germain-le-Rond, die aber 885, während der Belagerung von Paris durch dänische Wikinger, komplett zerstört wurde. Ein Neubau erfolgte zwar im 11. Jahrundert, aber dieser wurde in den folgenden Jahrhunderten immer wieder rekonstruiert und erweitert. Der Chorbereich wurde im 14. Jahrhundert umgestaltet, das Mittelschiff im 15. Jahrhundert und das Querschiff sowie die seitlichen Kapellen im 16. Jahrhundert, was in verschiedenen gotischen Architekturstilen resultierte.

Während der Französischen Revolution war die Kirche geschlossen und diente als Lagerhaus. Erst zu Beginn des Ersten Kaiserreichs wurde sie wieder eröffnet, musste allerdings aufgrund von Ausschreitungen schon Mitte des 19. Jahrunderts aufwändig restauriert werden: Als im Folgejahr der Julirevolution von 1830, welche zum Sturz von Karl X. geführt hatte, eine Gedenkfeier für dessen elf Jahre zuvor getöteten Sohn abgehalten wurde, kam es zu Massenprotesten. Dabei wurde die Kirche schwer beschädigt, woraufhin die Architekten Jean-Baptiste Lassus und Victor Baltard eine 17 Jahre andauernde Restaurierung durchführen mussten.

Merkmale im Innenraum sind unter anderem die hellen Kirchenfenster, die rund um das Bauwerk angebracht sind und im gotischen Rayonnant-Stil für viel Licht sorgen sowie die zahlreichen Wandgemälde und kleinen seitlichen Kapellen.

kirche st germain auxerrois innen

st german auxerrois innen altar

Die Kirchenfenster in den seitlichen Kapellen wurden zu einem wesentlichen Teil im Stil der Renaissance angefertigt. Die aufwendig gestalteten Weihwasserbecken am Eingang sind mit Engeln verziert und stammen aus dem 17. Jahrhundert.

st. german auxerrois kirchenfenster

In der Kirche befinden sich zudem sogenannte Altarretabel. Dies sind Schauwände mit christlichen Motiven, die als Altaraufsatz dienen und auf dem Retabel, das sich rechts neben dem Chorbereich befindet, wird hauptsächlich das Leben der Mutter Gottes dargestellt. So zeigen die Reliefs, die mit Blattgold verziert sind, Lebensabschnitte der Mutter Gottes, während auf den oberen seitlichen Bildern auch Adam und Eva im Paradies zu sehen sind.

st german auxerrois altaraufsatz

Öffnungszeiten:

Die Öffnungszeiten sind dienstags bis samstags von 9.00 bis 19.00 Uhr und am Sonntag von 9.30 bis 20.30 Uhr.

Im Sommer ist die Kirche dienstags bis sonntags von 9.30 Uhr bis 19.00 Uhr geöffnet.

Montags ist die Kirche geschlossen.

Anreise:

Métro: Mit der Linie 1 bis zur Haltestelle Louvre-Rivoli

Bus: Linien 21, 24, 27, 58, 67, 70, 72, 74 , 75, 76, 81 und 85

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