Kathedrale Saint-Denis

kathedrale saint-denis außenDie Kathedrale von Saint-Denis, die im nördlichen Teil der Stadt im Vorort Seine-Saint-Denis liegt, gehört zu den bedeutendsten Sakralgebäuden in Frankreich. Der Vorort sowie die Kirche sind nach dem heiligen Dionysius benannt, dem ersten Bischof von Paris und Schutzheiligen der Stadt. Ihn und weitere Bischöfe sandte der Papst Mitte des 3. Jahrhunderts als Missionare nach Paris, welches zu dem Zeitpunkt unter römischer Herrschaft noch Lutetia hieß. Als immer mehr Leute zum christlichen Glauben konvertierten, gab es Beschwerden der nicht-christlichen Priester und die Missionare wurden daraufin verhaftet. Der römische Statthalter befahl deren Tötung und Dionysius wurde nach langer Gefangenschaft zusammen mit seinen Begleitern auf dem Hügel Montmartre enthauptet. Der Legende nach soll er seinen Kopf genommen haben und damit noch mehrere Kilometer zu der Stelle der heutigen Kirche gegangen sein, an der er schließlich verstarb und begraben wurde. Genoveva von Paris, die später auch zur Schutzheiligen der Stadt erklärt wurde, ließ dort um das Jahr 475 eine Grabkapelle bauen. Der merowingische Frankenkönig Dagobert I. erweiterte die Kapelle Mitte des 7. Jahrhunderts zu einer Benediktinerabtei und ernannte diese zur Grablege der königlichen Familie. Von dem Zeitpunkt bis zum Beginn der Französischen Revolution wurden in der Krypta fast alle französischen Könige und Königinnen beigesetzt. In der heutigen Krypta, die auch zu besichtigen ist, befinden sich unter liegenden Grabskulpturen die Sarkophage von insgesamt 42 Königen, 32 Königinnen sowie 63 Prinzen und Prinzessinnen.

Hauptmerkmal der Fassade ist der hohe Glockenturm, welcher der einzig verbliebene von ursprünglich zwei Türmen ist. Ein weiteres Kennzeichen ist die große Kirchenuhr, die sich durch Uhrzeiger in Form einer Schlange und Verzierungen in Gold auszeichnet. Zugang zur Kathedrale erhält man durch drei Eingangsportale, über denen Reliefs angebracht sind. So ist über dem rechten Eingangstor zum Beispiel eine Darstellung von Dionysius zu sehen, die ihn im Gefängnis beim Abhalten der Kommunion zeigt.

kathedrale saint-denis portal, uhr

Die erste Kirche an dem Platz entstand im 8. Jahrhundert im Stil der karolingischen Architektur und wurde während der Herrschaft von Karl dem Großen fertiggestellt. 1136 ließ der Abt Suger die Kirche zu der heutigen Form erweitern und umbauen, da sie für die wachsenden Pilgerströme zu klein war. Durch die Verschmelzung von Elementen aus dem normannischen und burgundischen Baustil wurde so der Grundstein für die gotische Architektur gelegt und die Kathedrale gilt heute als das erste gotische Bauwerk. Die Fassade und der Altarraum wurden schon 1144 fertiggestellt, während der Umbau des Mittelschiffs bis zum Ende des 13. Jahrhunderts andauerte. Nachdem das Kloster während der Französischen Revolution zerstört worden war, wurde die Kirche Mitte des 19. Jahrhunderts unter der Leitung des Architekten Eugène Viollet-le-Duc restauriert, welcher auch die Restaurierungen anderer bedeutender Kirchen wie der Kathedrale Notre-Dame oder der Sainte-Chapelle durchführte.

Die Kathedrale ist 108 Meter lang und im Querschiff rund 40 Meter breit. Das Gewölbe im Mittelschiff ragt fast 30 Meter in die Höhe und es  fallen vor allem die lichtdurchflutete Arkadenzone, die riesigen Fensterrosen sowie die hohen Kirchenfenster über dem Altar auf. Sie sind Ausdruck des gotischen Stils Rayonnant, bei dem besonders den Buntglasfenstern mehr Bedeutung und Platz eingeräumt wurde. So ist oberhalb der Arkadenbögen ein Triforium vorhanden, ein lichtdurchfluteter Gang, der zusätzlich zu den oberen Fenstern Tageslicht in die Kirche lässt.

st. denis kathedrale decke

Im nördlichen und südlichen Teil der Kathedrale gibt es zwei 12 Meter hohe und für den gotischen Baustil typische Fensterrosen mit christlichen Bildmotiven. So zeigt die nördliche Fensterrose zum Beispiel die Darstellung des Jessebaums.

st denis kirche fensterrose

Beeindruckend ist auch die Lichtwirkung im Bereich des Altarraums. Die Säulen sind so platziert, dass das Licht, welches durch die hohen Kirchenfenster einfällt, ohne Hindernisse zentral auf den Altar scheinen kann.

st denis kathedrale altar

st denis kirchenfenster

Öffnungszeiten:

Ab April bis September ist die Kathedrale Saint-Denis von 10.00 bis 18.15 geöffnet, ab Oktober bis März von 10.00 bis 17.00 Uhr. Sonntags beginnt der Einlass erst um 12.00 Uhr.

Am 1. Januar, 1. Mai und 25. Dezember ist die Kathedrale geschlossen.

Eintrittspreis:

Der Zugang zur Kirche ist kostenlos. Für die Krypta beträgt der Eintrittspreis 8,50 Euro. Personen unter 18, EU-Bürger bis 25 Jahre und Menschen mit Behinderung erhalten kostenfreien Zugang zur Krypta.

Anreise:

Métro: Mit der Linie 13 bis zur Haltestelle Basilique de Saint Denis

Bus: Linie 153 oder 239

error: