Saint-Sulpice

Die Kirche Saint-Sulpice, die sich im Viertel St. Germain des Prés in der Nähe des Jardin du Luxembourg befindet, ist vielen insbesondere durch das Buch Sakrileg von Dan Brown bekannt. Sie ist auch in der Verfilmung zu sehen, allerdings nur von außen, da es keine Drehgenehmigung gab. So mussten die Szenen mit den Innenräumen komplett im Filmstudio rekonstruiert werden. Die fast 120 Meter lange und 57 Meter breite Saint-Sulpice ist nach der Kathedrale Notre-Dame die zweitgrößte Kirche in Paris. Sie ist dem heiligen Sulpicius II. geweiht, der im 7. Jahrhundert Bischof der französischen Stadt Bourges war. Der Bau der Kirche begann 1646 und dauerte fast 140 Jahre, da das benötigte Geld zwischenzeitlich fehlte.

Von außen fällt die Fassade im Rokoko-Stil auf, die von dem Architekten Jean-Nicolas Servan entworfen wurde. Die ebenerdige Säulenhalle wurde in ionischer Ordnung angelegt, die darüber liegende in dorischer Ordnung. Die zwei Türme mit Geländern an der Spitze wurden nicht nur unterschiedlich gestaltet, sondern sind auch unterschiedlich hoch, was wahrscheinlich auf die lange Bauzeit und die vielen Unterbrechungen zurückzuführen ist. Auffallend ist auch der 12 Meter hohe Brunnen auf dem Vorplatz. Er wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von dem Architekten Louis Visconti im Stil der Renaissance entworfen und zeigt unter anderem vier Bischöfe aus dem 17. Jahrhundert und Löwen mit dem Wappen von Paris.

kirche st.sulpice außen

In den Innenräumen der Saint-Sulpice wird die Größe des Bauwerks besonders deutlich. Die Kirche ist dreischiffig und wird durch riesige Bogengänge aufgeteilt. Darüber hinaus weist sie einen Altarumgang und mehrere Seitenkapellen auf. 1821 wurde der Schriftsteller Charles Baudelaire hier getauft und ein Jahr später war die Kirche Schauplatz für die Heirat von Victor Hugo und Adèle Foucher.

st. sulpice innen

st. sulpice altar

In den kleinen Kapellen findet man Werke berühmter französischer Künstler wie die Deckengemälde Der Kampf Jakobs mit dem Engel und Die Vertreibung von Heliodoros aus dem Tempel von Eugène Delacroix. Besonders beeindruckend ist die  Kapelle der Mutter Gottes in der Nähe des Hauptaltars, die im barocken Architekturstil gestaltet ist. Im Zentrum befindet sich eine Skulptur des berühmten Bildhauers Jean-Baptiste Pigalle, die Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm zeigt.

st sulpice kapelle

Die Kirche wurde von insgesamt sechs Architekten mehrmals umgestaltet. Unter ihnen war der bekannteste wohl Jean-François Chalgrin, der später den Arc de Triomphe entwarf. Er änderte zum Beispiel die Fassade und entwarf das Gehäuse der Orgel, die von dem Orgelbauer François-Henri Clicquot gebaut wurde und zu den größten Exemplaren in Frankreich gehört. Die vergoldete Kanzel wurde einige Jahre vor der Fertigstellung der Kirche durch den bekannten Architekten Charles de Wailly erstellt.

st. sulpice kanzel

Öffnungszeiten:

Die Kirche ist täglich von 8.00 bis 19.30 Uhr geöffnet.

Anreise:

Métro: Mit der Linie 4 bis zur Haltestelle Saint-Sulpice (Métroplan)

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