Saint-Germain des Prés

kirche st germain des pres außenDie Kirche Saint Germain des Prés, die sich im 6. Arrondissement im gleichnamigen Stadtviertel befindet, ist die älteste Kirche von Paris und gehört zu den wichtigsten Sakralbauten in Frankreich. Sie zeichnet sich insbesondere durch den massiven Glockenturm aus, der einer der ältesten des Landes ist. Die Kirche ist dem heiligen Germanus von Paris geweiht, einem Bischof, der hier Mitte des 6. Jahrhunderts mit Unterstützung des Königs Childebert I. eine Benediktinerabtei mitsamt Kirche bauen ließ. Ursprünglich war die Abtei Vinzenz von Saragossa geweiht und beherbergte Reliquien wie zum Beispiel eine Stola des Heiligen. Sie entstand außerhalb der damaligen Stadtgrenze im südlich der Seine gelegenen Gebiet, das zu der Zeit oft von Überschwemmungen betroffen war. Dadurch gab es kaum geeignetes Bauland und die Abtei wurde inmitten einer Wiesenfläche (frz: Prés) errichtet, wodurch sie ihren Beinamen erhielt. Sie war zunächst Ruhestätte der Könige, bis Dagobert I. im 7. Jahrhundert die Kathedrale Saint-Denis in Auftrag gab. Mitte des 8. Jahrhunderts wurde die Abtei umbenannt und dem inzwischen heilig gesprochenen Bischof Germanus gewidmet, der hier auch bestattet worden war.

Als die Abtei 885 durch dänische Wikinger geplündert und zerstört wurde, erfolgte daraufhin ein Neubau im romanischen Architekturstil und mit einem größeren Altarplatz. Mitte des 12. Jahrhunderts wurde die Abtei durch Papst Alexander III. erneut dem heiligen Germanus von Paris geweiht. Im 17. Jahrhundert begann der Umbau, die ursprüngliche Holzdecke in der Kirche durch ein Gewölbe mit Strebebögen im gotischen Stil zu ersetzen und so findet man heute eine Mischung von gotischen und romanischen Bauelementen vor.

kirche st germain des pres innen, altar

Während der Französischen Revolution wurde die Abtei als Lagerstätte genutzt und später durch eine Salpeter-Explosion zerstört. An der Kirche kam es zu schweren Beschädigungen und ab 1820 erfolgte eine rund 30 Jahre andauernde Restaurierung durch den Architekten Victor Baltard, die das Erscheinungsbild bis heute prägt. So entstanden auch die großen Wandbilder des Malers Hippolyte Flandrin im Zuge der Restaurierung.

kirche st germain des pres decke

In der Kirche sind zudem zahlreiche kleine Kapellen vorhanden, die unterschiedliche Architekturstile aufweisen. So ist die Kapelle der Mutter Gottes zum Beispiel vom Stil der Renaissance beeinflusst. Hier findet man unter einem Sims mit Ziergiebel und umgeben von Säulen eine Marmorskulptur der Mutter Gottes vor. Sie stammt aus dem 14. Jahrhundert und war Teil einer Kapelle in der Kathedrale Notre-Dame, bevor sie der Kirche um das Jahr 1800 überlassen wurde. Die in grau gehaltenen Wandbilder zeigen die Geburt Jesu sowie die Tempelreinigung.

kirche st germain des pres kapelle

Die Kapelle Saint-Geneviève ist der heiligen Genoveva gewidmet, der Schutzpatronin von Paris. Sie wurde im gotischen Rayonnant-Stil entworfen, bei dem das Kircheninnere durch große Buntglasfenster erhellt wird. Die zwei Fenster sind noch erhaltene Originale aus dem 13. Jahrhundert.

st germain des pres kirchenfenster

Eine weitere Kapelle im südlichen Teil der Kirche wurde bei der Erstellung vom Stil des Klassizismus beeinflusst. Unter einer vergoldeten Kuppel und zwischen Säulen ist hier eine Statue der heiligen Margareta von Antiochia aufgestellt.

kirche st germain des pres kapelle

Öffnungszeiten:

Die Kirche ist montags bis samstags von 8.00 bis 19.45 Uhr geöffnet. Sonntags sind die Öffnungszeiten von 9.00 bis 20.00 Uhr.

Anreise:

Métro: Mit der Linie bis zur Haltestelle Saint-Germain-des-Prés

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