Place Vendôme

place vendome statueDer Place Vendôme, der sich zwischen dem Jardin des Tuileries und der Opéra Garnier befindet, gehört zu den fünf königlichen Plätzen in Paris. Er ist einer der berühmtesten Plätze der Stadt und rundherum von Nobelhotels sowie zahlreichen Boutiquen bekannter Luxusmarken umgeben. Der Platz wurde Ende des 17. Jahrhunderts von dem „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. in Auftrag gegeben, um die Siege seiner Armee zu verherrlichen und hieß aus diesem Grund zunächst Place des Conquêtes (Platz der Eroberungen). Er beauftragte den Architekten Jules Hardouin-Mansart, der den Platz mit Arkadengängen rund um identisch aussehende Gebäude gestalten sollte, wie es auch schon beim Place des Vosges umgesetzt worden war. Zuvor stand auf dem Gelände nur ein Nonnenkloster sowie das Stadthaus Hôtel de Vendôme, welches César de Bourbon gehörte, dem Herzog von Vendôme und unehelichem Sohn von Heinrich IV. Das abgerissene Stadthaus verleiht dem Platz seit 1799 seinen heutigen Namen, nachdem es zuvor mehrere Umbenennungen gegeben hatte. So hieß er zum Beispiel schon kurz nach der Einweihung nicht mehr Place des Conquêtes sondern Place Louis le Grand (Platz Ludwig der Große), weil militärische Erfolge ausblieben. Im Zentrum stand eine bronzene Reiterstatue des Königs, die von dem Bildhauer François Girardon stammte. Sie wurde allerdings rund hundert Jahre später, während der Französischen Revolution, abgerissen und eingeschmolzen. Heute ist eine kleinere Kopie der Statue im Louvre zu sehen.

Nachdem der König den Platz aus finanziellen Gründen an die Stadt verkauft hatte, wurden die Pläne für die teuren Arkadengänge aufgegeben. Stattdessen ließ man Arkadenbögen um die Erdgeschossfenster der 27 Gebäude anbringen, die alle im barocken Architekturstil gestaltet sind. Die zwei Obergeschosse über den Arkadenbögen wurden außerdem mit Pilastern und Säulen verziert und die Spitzdächer aus Schiefer sind mit zahlreichen Dachfenstern versehen.

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Zu den bekanntesten Gebäuden auf dem Platz zählen das Luxushotel Ritz Paris mit den charakteristischen runden Vordächern (Nummer 15) sowie das Haus, in dem Frédéric Chopin eines der Appartements bewohnte und im Jahr 1849 verstarb. Heute befindet sich hier eine Boutique des Juweliers Chaumet (Nummer 12). Weitere berühmte Personen, die gerne am Place Vendôme wohnten, waren die Modedesignerin Coco Chanel oder die Schriftsteller Marcel Proust und Ernest Hemingway. Sie alle bevorzugten das Hotel Ritz und Ernest Hemingway wurde sogar eine Bar im Erdgeschoss des Hotels gewidmet.

Das Hauptmerkmal des Platzes ist die Colonne Vendôme, eine Siegessäule mit einer Statue von Napoleon Bonaparte, der in der einen Hand ein Schwert hält und in der anderen einen Globus mit einer kleinen Skulptur der Siegesgöttin. Die etwa 45 Meter hohe Säule wurde von 1806 bis 1810 auf Anweisung von Napoleon errichtet, um seinen Sieg in der Schlacht bei Austerlitz zu glorifizieren. Sie wurde aus geschmolzenen österreichischen und russischen Kanonen hergestellt, die er bei der Schlacht erbeutet hatte und Vorbild für die Gestaltung war die Trajanssäule in Rom.

Die Säule hat einen Durchmesser von etwa 3,5 Metern und ist mit gewundenen Reliefs versehen, die verschiedene Schlachten der kaiserlichen Armee darstellen. Die Entwürfe stammen von dem Maler Pierre Bergeret und wurden von zahlreichen Bildhauern umgesetzt. Der bekannteste unter ihnen war wohl François Rude, der später eine der Skulpturengruppen am Arc de Triomphe schuf.

colonne vendôme

Die Säule steht auf einer Basis aus Vulkangestein. Auf dem Sockel befindet sich eine Inschrift in Latein, die an die gewonnene Schlacht bei Austerlitz im Jahr 1805 erinnert sowie an die eroberten Kanonen, aus denen die Säule hergestellt ist.

colonne vendôme sockel

Die heutige Napoleonstatue ist die dritte auf der Triumphsäule. Die erste stammte von dem Bildhauer Antoine-Denis Chaudet und zeigte Napoleon als römischen Kaiser. Sie wurde schon wenige Jahre nach der Einweihung der Säule abgebaut und eingeschmolzen, um die zerstörte Reiterstatue von Heinrich IV. auf der Pont Neuf zu ersetzen. Die zweite stammt von Charles Émile Seurre und wurde 1833, während der Julimonarchie unter Louis-Phillipe I, geschaffen. Sie zeigt Napoleon als Feldherrn und ist heute auf dem Ehrenhof des Hôtel des Invalides aufgestellt. Napoleon III. hatte sie 1863 abbauen lassen und Auguste Dumont beauftragt, eine Kopie der ursprünglichen Statue anzufertigen.

1871, kurz nach dem Deutsch-Französischen Krieg, übernahm die Pariser Kommune für kurze Zeit die Macht in der Stadt und die Kommunarden rissen die Triumphsäule um. Als Anstifter wurde im Nachhinein der Maler Gustave Courbet ausgemacht, der schon Monate vor der Machtergreifung bei der Regierung der Dritten Republik den Abbau beantragt hatte. Als Grund nannte er, dass die Säule als Symbol für den Militarismus unter Napoleon nicht in der Nähe der Rue de la Paix (Straße des Friedens) stehen sollte. Patrice de Mac-Mahon, der zweite Präsident der Dritten Republik, ließ sie 1873 auf Kosten des Malers reparieren und wieder aufstellen, worauf dieser angesichts der Schuldenlast ins Exil flüchtete.

Mit der Eröffnung der Opéra Garnier im Jahr 1875 gab es einen Zustrom wohlhabender Leute und zahlreiche berühmte Schmuck,- Uhren und Modemarken siedelten sich am Place Vendôme an. Der Platz wurde weltweit zum Inbegriff für Luxus und heute befinden sich hier unter anderem Boutiquen von Cartier, Bulgari, Louis Vuitton, Rolex oder Chanel.

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Anreise:

Métro: Mit den Linien 3, 7 oder 8 bis zur Haltestelle Opéra

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