Place de la Concorde

obelisk von luxor hieroglyphenDer Place de la Concorde, der sich zwischen dem Tuileriengarten und dem Arc de Triomphe befindet, gehört zu den fünf königlichen Plätzen in Paris. Mit einer Länge von rund 360 Metern und einer Breite von etwa 210 Metern ist er der größte öffentliche Platz der Stadt und wurde 1755 bis 1776 von Ange-Jacques Gabriel erstellt, einem der bedeutendsten französischen Architekten seiner Zeit. Ursprünglich war der Platz Ludwig XV. gewidmet und im Zentrum stand eine große Reiterstatue des Königs. Mit Beginn der Französischen Revolution ab 1789 kam es allerdings zu Zerstörungen vieler Bauwerke, die einen Bezug zur Monarchie hatten und so wurde auch die Statue abgerissen und der Platz umbenannt in Place de la Révolution. Dies geschah in Anlehnung an den Place de Grève vor dem Hôtel de Ville, auf dem frühere Regierungen unter anderem Hochverräter und Königsmörder exekutieren ließen. So war es auch König Ludwig XVI, der Anfang 1793 als einer der ersten Personen durch die auf dem Platz aufgestellte Guillotine starb. Aber nicht nur Personen mit Verbindung zur Monarchie  fanden hier den Tod, sondern unter anderem auch viele politische Oppositionelle, insbesondere ab Juni 1793 als die Jakobiner die Macht im Nationalkonvent übernahmen und daraufhin die sogenannte Terrorherrschaft begann. Innerhalb eines Jahres wurden allein auf dem Place de la Révolution über 1000 Menschen durch die Guillotine getötet, darunter auch die Königin Marie Antoinette. Selbst führende Politiker der Revolution wie Georges Danton und Maximilien Robespierre wurden hier später Opfer ihrer eigenen Bewegung, weil sie sich entweder für eine Mäßigung oder Verschärfung der Schreckensherrschaft eingesetzt hatten.

In der letzten Phase, der Direktorialzeit ab 1795, wurde die Guillotine abgebaut und der Platz als Zeichen der nationalen Versöhnung umbenannt in Place de la Concorde (Platz der Eintracht). Nach der Wiederherstellung der Monarchie ab 1814 war der Platz zwar sowohl Ludwig XV. als auch Ludwig XVI. gewidmet, aber seit dem Ende der Julirevolution von 1830 heißt er wieder Place de la Concorde.

Im Zentrum befindet sich heute der 23 Meter hohe Obelisk von Luxor, der auch als „Nadel der Kleopatra“ bekannt ist. Der über 3000 Jahre alte Granitpfeiler stand einst am Eingang des Luxor-Tempels in Ägypten, an dem sich noch ein identisches Exemplar befindet. Der ägyptische Pharao Ramses II. ließ die beiden Obelisken einst vor dem Tempel aufstellen und mit Hieroglyphen versehen, die seine Regierungszeit verherrlichen sollten. Das Monument wurde der Stadt 1826 von dem ägyptischen Vize-König geschenkt und etwa 10 Jahre später auf Anweisung von Louis-Phillipe I. auf dem Place de la Concorde aufgestellt. Da die originale pyramidenförmige Spitze nicht mehr vorhanden war, ersetzte man sie 1998 durch eine 3,5 Meter hohe und goldverzierte Variante.

place de la concorde, Obelisk von Luxor

Das Abbauen und der Transport des Obelisken nach Paris war keine leichte Aufgabe. So wurde ein spezielles Flachbodenschiff gebaut, das bei der Ankunft in Ägypten über einen gegrabenen Kanal bis an den Tempel heransegeln konnte. Dort wurde der Steinpfeiler unter anderem mit Hilfe von Seilzügen abgesenkt und ein Raddampfer brachte das Schiff danach im Schlepptau nach Frankreich zurück. Auf dem Sockel, der von dem Architekten Jakob Ignaz Hittorff stammt, wird der komplizierte Vorgang des Transports verdeutlicht.

obelisk von luxor, sockel

Jakob Ignaz Hittorff war es auch, der den Platz zwischen 1833 und 1846 umgestaltete und zwei Brunnen entwarf: den Fontaine des Mers (Brunnen der Meere) und den Fontaine des Fleuves (Brunnen der Flüsse). Der Themenbereich der Flüsse und Meere war teilweise durch die Nähe zu dem Marineministerium und der Seine beeinflusst. Beide Brunnen stellen Wassergötter sowie Nymphen dar, die wasserspeiende Fische in der Hand halten und unter den Brunnenschalen sind allegorische Figuren zu sehen. Beim Brunnen der Flüsse stehen die allegorischen Figuren zum Beispiel für den Rhein oder die Rhone.

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Der Brunnen der Flüsse befindet sich auf der nördlichen Seite vor zwei identischen Gebäuden, die von Ange-Jacques Gabriel entworfen wurden, dem Erbauer des Place de la Concorde. Vorbild für die Fassaden mit den erhöhten Säulenreihen war der Louvre und in einem der Bauwerke befindet sich heute das Marineministerium. In der Mitte verläuft die Rue royale, an dessen Ende man die Kirche La Madeleine sehen kann.

Der Brunnen der Meere steht im südlichen Bereich des Platzes mit Nähe zur Seine und die allegorischen Figuren stehen unter anderem für den Atlantik und das Mittelmeer.

place de la concorde brunnen, fontaine des mers

Anreise

Métro: Mit den Linien 1, 8 und 12 bis zur Haltestelle Concorde

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