Parc Monceau

parc monceau pyramideDer Parc Monceau ist ein öffentlicher Park im Stil der englischen Landschaftsgärten. Er liegt im 8. Arrondissement von Paris in der Nähe des Arc de Triomphe und des Élysées-Palasts, in dem sich der Amtssitz des französischen Präsidenten befindet. Angelegt wurde der Park Mitte des 18. Jahrhunderts durch Philippe Égalité, dem Herzog von Orléans und Cousin von Ludwig XVI, dem auch der Palais Royal gehörte. Nachdem er durch seine Freundschaft zu dem Prinzen von Wales und späteren König Georg IV. viel Zeit in England verbracht hatte, entschied er sich dafür, Elemente des englischen Landschaftsgartens in die Gestaltung einfließen zu lassen. Der Park wurde zunächst durch den Architekten Louis Carrogis Carmontelle mit Einflüssen der englisch-chinesischen Gärten angelegt und 1779 fertiggestellt. Da der Herzog nicht vollständig zufrieden war, beauftragte er zwei Jahre später den schottischen Landschaftsarchitekten Thomas Blaikie, welcher zuvor die englischen Gärten im Parc de Bagatelle gestaltet hatte. Während der Französischen Revolution wurde Philippe Égalité exekutiert und der Park konfisziert, aber nach der Wiederherstellung der Monarchie ab 1814  erfolgte eine Rückgabe an die Familie des Herzogs. Nachdem die Stadt in der Zeit des Zweiten Kaiserreichs einen Teil des Geländes gekauft hatte, beauftragten Napoleon III. und der damalige Stadtplaner Georges-Eugène Haussmann den Landschaftsarchitekten Alphand mit der Neugestaltung. Neben einer neuen Bepflanzung wurden ab dem Jahr 1860 viele Gestaltungsobjekte verändert und Alleen geschaffen, die den Park komplett durchqueren.

Erwähnung fand der Parc Monceau daraufhin auch in der Kunst. So malte Claude Monet in den Jahren 1876 und 1878 insgesamt fünf Bilder, die den Park unter anderem im Frühling zeigen. Einige der Werke sind heute im Metropolitan Museum of Art in New York ausgestellt.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurden schließlich mehrere Skulpturen berühmter Schriftsteller und Musiker aufgestellt, darunter Statuen von Guy de Maupassant und Frédéric Chopin.

Zugang erhalten Besucher heute durch vier Eingänge, die mit goldverzierten Eisentoren versehen sind. Diese wurden von dem Architekten Gabriel Davioud angefertigt, welcher ab 1860 diverse Gestaltungsobjekte im Parc Monceau erstellte und an vielen anderen Parks und Monumenten in Paris beteiligt war. So stammt zum Beispiel der Sibyllentempel im Parc des Buttes-Chaumont von ihm.

parc monceau eingang

Am nördlichen Eingang fällt der Rundtempel auf, der im Stil eines griechischen Tempels mit dorischer Säulenordnung gebaut wurde. Die Rotunde wurde von dem Architekten Claude-Nicolas Ledoux erstellt und diente einst als Zollhaus.

parc monceau tempel

Das rund 8 Hektar große Gelände zeichnet sich durch viele geschlängelte Wege, einen angelegten Teich vor römischen Säulen sowie seltene Baum- und Blumensorten aus und hat eine Natürlichkeit, die charakteristisch für englische Landschaftsparks ist. Auch Gestaltungselemente wie eine kleine Brücke, eine Miniatur-Pyramide und diverse Skulpturen, die in das Landschaftsbild einfließen, erinnern an die Merkmale der englischen Gärten.

parc monceau säulen

Die heutige kleine Brücke entstand durch Gabriel Davioud im Zuge der Neugestaltung des Parks und ersetzte eine Brücke im chinesischen Stil. Vorbild für die Gestaltung war zum Teil die Rialtobrücke in Venedig.

parc monceau brücke

Der Parc Monceau wird vor allem von den Anwohnern des Viertels genutzt, während Touristen sich meist eher in den bekannteren Parks wie dem Jardin du Luxembourg oder dem Jardin des Tuileries aufhalten. Aus diesem Grund wirkt er auch bei schönem Wetter selten überfüllt.

Öffnungszeiten:

Im Sommer ist der Park bis 22.00 Uhr geöffnet und im Winter bis 20.00 Uhr.

Anreise:

Métro: Linie 2 (Haltestelle Monceau)

Bus: Linien 30, 84 und 94

error: