Parc de Bagatelle

schloss bagatelleDer Parc de Bagatelle gehört zu den vier botanischen Gärten von Paris und liegt inmitten des Stadtwalds Bois de Boulogne im Westen der Stadt. Er entstand im Jahr 1777 durch eine Wette zwischen Marie Antoinette und ihrem Schwager, dem Grafen von Artois. Der Graf hatte kurz zuvor einen Teil des Bois de Boulogne erworben und den dort vorhandenen Jagdpavillon abreißen lassen. Da Marie Antoinette für etwa zwei Monate verreisen musste, wettete sie mit ihm um 100.000 Livres, dass er es nicht schaffen würde, auf dem Waldstück einen Schlossgarten anzulegen, um dort einen Empfang für ihre Rückkehr auszurichten. Der junge Graf, der später als Karl X. zum König von Frankreich werden sollte, beauftragte den Architekten François-Joseph Bélanger für die Erbauung des Schlosses sowie den schottischen Landschaftsarchitekten Thomas Blaikie zur Erschaffung von englisch-chinesischen Gärten. Das Anwesen wurde mit Hilfe von hunderten Arbeitern innerhalb von nur 64 Tagen fertiggestellt und der Graf gewann seine Wette. Die Vergabe des Namens Bagatelle (frz: Kleinigkeit) nur wenige Jahre vor der Französischen Revolution wirkt heute realitätsfern angesichts geschätzter Baukosten von über 3 Millionen Livres (umgerechnet 15-45 Millionen Euro).

Während der Französischen Revolution wurde der Park beschlagnahmt, kehrte aber nach der Wiederherstellung der Monarchie zurück in die Hände des Grafen als dieser König wurde. Nach dessen Sturz infolge der Julirevolution von 1830 gelangte der Park in den Besitz von englischen Lords, darunter auch Sir Richard Wallace, welcher vor allem für die Wallace-Brunnen bekannt ist, die an vielen Stellen in Paris aufgestellt sind. Anfang des 19. Jahrhunderts erwarb die Stadt Paris den Park und ließ die Anlage großflächig restaurieren und ausbauen.

Der Park zeichnet sich heute vor allem durch das Schloss Bagatelle, weitläufige Rosengärten und riesige Bäume aus, die ihn umgeben. Im Schloss, das im Architekturstil des Neoklassizismus gebaut wurde, lebte Anfang des 19. Jahrhunderts der junge Napoleon II. Es ist die meiste Zeit des Jahres nicht geöffnet, aber es gibt die Möglichkeit es auf einer Tour zu besichtigen, die von April bis Oktober jeden Sonntag um 15 Uhr stattfindet.

Auf dem Gelände sind auch tausende Blumen- und Pflanzenarten ausgestellt, darunter Klematis- und Iriskollektionen, die entlang der zahlreichen Gartenwege zu sehen sind.

parc de bagatelle blumen

Bekannt ist der Park vor allem für die große Sammlung an Rosensorten, von denen über 1000 auf zwei verschiedene Rosengärten aufgeteilt sind, die Anfang des 19. Jahrhunderts angelegt wurden. Einer ist der klassische Rosengarten, dessen Merkmal der Kiosque de l’Impératrice ist, ein Pavillon im viktorianischen Stil.

parc de bagatelle rosengarten

Schlendert man die langen Gartenwege entlang, kann es durchaus passieren, dass man auf Schwäne oder Pfauen trifft, die zu dem ganz besonderen Ambiente des Parks beitragen. Auf dem Gelände im Stil der englisch-chinesischen Landschaftsgärten wurden zahlreiche kleine Seen, Pagoden und Grotten mit Wasserfällen angelegt und man kann mehrere Stunden damit verbringen, den Park zu erkunden.

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Eintrittspreise:

Der Eintritt in den Park ist die meiste Zeit des Jahres kostenlos. Von Juni bis Oktober finden verschiedene Pflanzen- und Blumenausstellungen statt und in dieser Zeit beträgt der reguläre Eintrittspreis 5,50 €. Für Kinder unter 7 Jahren ist der Eintritt frei und Personen bis 26  zahlen einen reduzierten Preis.

Öffnungszeiten:

Der Park ist jeden Tag von 9.30 bis 20.00 Uhr geöffnet.

Anreise:

Métro: Haltestelle Pont de Neuilly (Linie 1), danach weiter mit dem Bus zur Haltestelle Place de Bagatelle (Linie 43)

Bus: Mit den Linien 43 und 93 bis zur Haltestelle Place de Bagatelle

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