Palais Bourbon

Der Palais Bourbon ist Sitz der Nationalversammlung und befindet sich im 7. Arrondissement auf der Rive Gauche, dem Stadtgebiet links der fließenden Seine. Direkt gegenüber liegt der bekannte Place de la Concorde auf der Rive droite, also dem rechts der Seine gelegenen Gebiet. Verbunden werden beide Sehenswürdigkeiten durch die Brücke Pont de la Concorde, die ihren Namen aufgrund des berühmten angrenzenden Platzes trägt.

Fertiggestellt wurde die Brücke nach etwa 20 Jahren Bauzeit im Jahr 1791, der Anfangsphase der Französischen Revolution. Zwei Jahre zuvor war das berüchtigte Gefängnis Bastille erstürmt worden und hatte die Revolution eingeleitet, welche die absolute Monarchie in Frankreich beenden sollte. Nach dem Abriss der Festung, die sich auf dem Place de la Bastille befand, wurden die Mauern abgetragen und zum Teil in der Pont de la Concorde verbaut. Die Brücke gehört damit zu den wenigen Standorten in Paris, an denen sich noch originale Mauersteine der Bastille befinden.

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Der Palais Bourbon wurde in den Jahren 1722 bis 1728 für Louise Françoise de Bourbon gebaut, die Tochter des „Sonnenkönigs“ Ludwig XIV. Das Bauwerk stand damals in einem noch ländlich geprägten Viertel am Stadtrand und sollte als Landschloss mit umliegenden Gärten dienen. Ihr Liebhaber, der Markgraf von Lassay, hatte ihr die Erbauung vorgeschlagen und ließ sich zeitgleich einen westlich angrenzenden Herrensitz errichten, der durch die Gärten mit dem Landschloss verbunden war. Heute dient das Hôtel de Lassay als Amtssitz für den Präsidenten der Nationalversammlung.

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Der Entwurf des Palais Bourbon stammt von dem Architekten Jules Hardouin-Mansart, welcher zuvor unter anderem den Invalidendom gebaut hatte. Ursprünglich bestand die zur Seine gerichtete Fassade aus einer symmetrischen Anordnung von Rundfenstern und Doppelsäulen im Stil des Barock. Anfang des 19. Jahrhunderts ließ Napoleon Bonaparte die Fassade jedoch im Stil des Neoklassizismus umbauen und einen hohen Säulengang hinzufügen, damit sie mit der Architektur der nahe gelegenen La Madeleine übereinstimmte.

Im Dreiecksgiebel war ursprünglich Napoleon auf seinem Pferd dargestellt, wie er die eroberten Fahnen nach der Schlacht bei Austerlitz trägt. Im heutigen Relief stellt die Skulptur im Zentrum Frankreich dar, mit einem Aufruf an die Eliten, die Gesetze und Grundwerte einzuhalten. Vor dem Bauwerk befinden sich Statuen früherer französischer Minister wie von Jean-Baptiste Colbert, dem Finanzminister des „Sonnenkönigs“. Auf Höhe der Säulen stehen außerdem die Skulpturen von Themis, der Göttin der Gerechtigkeit und Athena, der Göttin der Weisheit.

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Im Palais Bourbon tagt die Französische Nationalversammlung (Assemblée nationale) von Anfang Oktober bis Ende Juni. Sie repräsentiert das Unterhaus des französischen Parlaments mit den gewählten Volksvertretern. Der Senat als Oberhaus repräsentiert die Länderkammer mit den Vertretern der Landesregierungen und befindet sich im Palais de Luxembourg.

Die erste Version der heutigen Nationalversammlung hieß „Rat der Fünfhundert“ und tagte zum ersten Mal im Jahr 1798, der Spätphase der Französischen Revolution. Hierfür wurde ein halbkreisförmiger Plenarsaal für die Volksvertreter errichtet, ein sogenannter Hemicycle. Diese Sitzordnung hat ihren Ursprung im antiken Griechenland und soll den politischen Diskurs zwischen den Parteien fördern. Seit den frühen Anfängen sitzen die linksgerichteten Parteien vom Rednerpult gesehen auf der linken Seite des Saales, während die eher rechts-konservativen Parteien auf die rechte Seite verteilt sind. Heute besteht die Nationalversammlung insgesamt aus 577 Abgeordneten, die für jeweils 5 Jahre gewählt werden.

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Die Rückseite des Palais Bourbon besteht aus zwei Gebäudeflügeln, die einen Ehrenhof umgeben. Vor dem Eingang verläuft der Place du Palais Bourbon mit einer Marmorskulptur im Zentrum, die symbolisch für das Gesetz steht.

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Anreise:

Métro: Mit der Linie 12 bis zur Haltestelle Assemblée nationale

Besichtigung:

Der Palais Bourbon kann jedes Jahr im September während der Journées du Patrimoine besichtigt werden, die dem Tag des offenen Denkmals entsprechen.

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