Opéra Garnier

palais garnier statueDie Opéra Garnier, die sich im 9. Arrondissement von Paris befindet, gehört neben der Opéra Bastille zu den zwei Opernhäusern der Stadt. Das Bauwerk im Stil der Beaux-Arts Architektur, das auch als Palais Garnier bekannt ist, wurde von 1861 bis 1875 unter der Leitung des Architekten Charles Garnier gebaut und bietet Platz für fast 2000 Zuschauer. Es wurde von Napoleon III. in Auftrag gegeben, nachdem es am Eingang des Opernhauses Salle Le Peletier einen Attentatsversuch auf ihn gegeben hatte. Er beschloss ein neues Opernhaus, das einen separaten Eingang sowie breitere Fluchtwege vor dem Gebäude aufweisen sollte, doch der Bau kam durch den Niedergang des Zweiten Kaiserreichs zu einem Halt. Nach einem Feuer im Salle Le Peletier wurde 1873 zwar die Fertigstellung beschlossen, aber durch die finanzielle Schieflage musste sich die Regierung der Dritten Republik Geld leihen, um die immensen Kosten tragen zu können. 1875 konnte der Palais Garnier schließlich eingeweiht werden und war bis 1989 das alleinige Opernhaus in Paris. Durch die Eröffnung der größeren Opéra Bastille, die sich am Place de la Bastille befindet, werden hier inzwischen nur noch selten Opern aufgeführt.

Die Opéra Garnier gehört zu den weltweit berühmtesten Opernhäusern und ist auch aus dem Roman und Musical „Das Phantom der Oper“ bekannt, für die sie als Schauplatz dient. So gibt es tatsächlich das unterirdische Gewässer, auf dem das Phantom im Roman mit seiner Barke fährt und es diente dem Autor Gaston Leroux als Inspiration für sein Werk.

Das Bauwerk ist rund 170 Meter lang, bis zu 125 Meter breit und hat eine Höhe von über 70 Metern. Die Hauptfassade befindet sich auf der südlichen Seite mit Blick auf den Place de l’Opéra. An der Gestaltung waren dutzende Künstler beteiligt und so sind zahlreiche Skulpturen, Reliefs und Medaillons am Gebäude zu sehen. Von außen fallen besonders die allegorischen Figurengruppen über den Vorsprüngen auf, die von dem Bildhauer Charles Gumery angefertigt wurden. Sie sind über 7 Meter hoch, bestehen aus vergoldetem Kupfer und stellen auf der linken Seite die Harmonie und auf der rechten Seite die Poesie dar.

opera garnier paris außen

Die Skulpturen auf der Treppe stehen allegorisch zum Beispiel für das Lied, den Tanz oder das lyrische Drama und wurden von bedeutenden französischen Bildhauern wie unter anderem François Jouffroy und Jean-Baptiste Carpeaux erstellt. Medaillons über einigen der Skulpturen stellen Komponisten wie Bach und Haydn dar.

Die Bronzebüsten, die zwischen den Säulen über dem Balkon angebracht sind, zeigen Komponisten wie Beethoven und Mozart.

opera garnier beethoven, mozart

Auf der Nordseite sind Steinbüsten von weiteren Komponisten an der Fassade zu sehen sowie ein Denkmal für den Erbauer und Namensgeber Charles Garnier.

opera garnier denkmal

Beeindruckend sind im Inneren des Opernhauses besonders das prunkvolle Grand Foyer, die große Marmortreppe sowie der Zuschauerraum mit dem von Marc Chagall geschaffenen Deckengemälde. Auch die Besichtigung der kleineren Säle wie der Rotonde du Glacier lohnt sich.

In dem 30 Meter hohen Treppenhaus, das aus diversen Marmorsorten erstellt wurde, sind im Gewölbe vier Wandgemälde des Malers Isidore Pils zu sehen, die unter anderem den griechischen Sonnengott Apollo in seinem Wagen darstellen. Die Treppenstufen bestehen aus weißem italienischen Marmor, die gekrümmten Geländer aus Onyx und die Treppensäulen aus antikem roten Marmor. Charles Garnier sah das Treppenhaus als weiteren Beitrag zur Gesamtschönheit des Bauwerks und wurde beim Konzept durch das Grand Théâtre in Bordeaux inspiriert.

opera garnier marmortreppe

In dem 18 Meter hohen und über 50 Meter langen Grand Foyer säumen zahlreiche vergoldete Kronleuchter und Säulen den Weg zu großen Kaminen an den Enden des Saales. Die goldverzierten Deckengemälde zeigen Epochen in der Geschichte der Musik und wurden über einen Zeitraum von neun Jahren von dem Maler Paul Baudry erstellt. Das Grand Foyer sollte den Eindruck einer königlichen Galerie erwecken und Inspirationen waren unter anderem der Spiegelsaal im Schloss Versailles und die Apollo-Galerie im Louvre.

opera garnier innen, grand foyer

Die Rotonde du Glacier wurde entworfen, um den Zuschauern während der Pausen Eis sowie weitere Erfrischungen anzubieten. Auffallend ist besonders das Deckengemälde des Künstlers Georges Jules Victor Clairin, das unter anderem Feiernde der Bacchus-Feste im antiken Rom zeigt sowie Figuren aus der römischen Mythologie wie zum Beispiel Faunen. Rund um den Saal sind auf Wandteppichen Bilder zu sehen, die Getränke wie Tee oder Kaffee repräsentieren.

opera garnier, rotonde du glacier

Im Zuschauerraum, der durch roten Samt und Goldverzierungen geprägt ist, fällt besonders der von Charles Garnier entworfene große Deckenleuchter aus Bronze und Kristall auf. Rund herum erstellte der Künstler Marc Chagall ein Deckengemälde, das Szenen aus Opern von 14 verschiedenen Komponisten zeigt, darunter Mozart, Wagner und Tchaikosvky. Die Bühne ist rund 25 Meter breit und kann von fünf Ebenen betrachtet werden.

opera garnier zuschauerraum

Eintrittspreis:

Der reguläre Eintrittspreis für Besichtigungen beträgt 11 € und Personen zwischen 12 und 25 Jahren zahlen einen reduzierten Preis von 7 €. Tickets können auch online auf der offiziellen Website gebucht werden: http://visitepalaisgarnier.fr

Geführte Touren auf englisch, bei denen es viele Information zur Geschichte des Bauwerks und die Hintergründe zum Phantom der Oper gibt, sind hier buchbar: Palais Garnier Tour

Öffnungszeiten:

Der Palais Garnier ist die meiste Zeit des Jahres von 10.00 bis 17.00 Uhr und im Juli und August bis 18.00 Uhr geöffnet. Schließungstage werden auf der offiziellen Website angekündigt.

Anreise:

Métro: Mit den Linien 3, 7 oder 8 bis zur Haltestelle Opéra.

Bus: Linien 20, 21, 22, 27, 29, 42,52, 53, 66, 68, 81 und 95

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