Kathedrale Notre-Dame

Die Kathedrale Notre-Dame de Paris (Unsere Liebe Frau von Paris), die Inspiration für das später verfilmte Buch Der Glöckner von Notre-Dame von Victor Hugo war, liegt auf der Île de la Cité und ist der Mutter Gottes geweiht. Die Kathedrale befindet sich nahe der Kapelle Sainte-Chapelle und wer gerne beide Sehenswürdigkeiten besichtigen möchte, kann dies leicht an einem Tag verbinden.

Ursprünglich stand auf dem Vorplatz ein Tempel, der dem römischen Gott Jupiter gewidmet war und nach dem Überfall der Römer auf die Île de la Cité im Jahr 52 vor Christus errichtet wurde. Mitte des 6. Jahrhunderts ließ der Frankenkönig Childebert I. den Tempel zu einer Kathedrale umbauen, die den Namen des heiligen Stephanus trug. Der Bau der heutigen Kathedrale hat seinen Anfang dagegen während der Regierungszeit von Ludwig VII. Der damalige Bischof von Paris, Maurice de Sully, wünschte sich aufgrund der gestiegenen Bevölkerungzahl eine größere Kirche und so begannen 1163, nach dem Abriss des Vorgängerbaus, die Arbeiten an der neuen Kathedrale.

Bis zur Fertigstellung im Jahr 1345 vergingen fast 200 Jahre und die Architektur des Gebäudes wurde durch die lange Bauzeit sowohl vom romanischen als auch gotischen Stil beeinflusst. Heute ist die Kathedrale Notre-Dame die größte Kirche in Paris.

kathdrale notre-dame paris außen

Auf dem Vorplatz fallen an der Kirchenfassade vor allem die drei großen Eingangsportale sowie die sogenannte Königsgalerie auf. Über dem zentralen Portal wird das Jüngste Gericht dargestellt, die beiden seitlichen Eingangstore sind der Mutter Gottes gewidmet. Die 28 Skulpturen der Königsgalerie repräsentieren Könige von Israel.

notre dame skulpturen, königsgalerie

Die Kathedrale, die Platz für mehrere tausend Personen bietet, ist innen 130 Meter lang und rund 35 Meter hoch. Während der Französischen Revolution Ende des 18. Jahrhunderts wurde der Innenraum mitsamt vieler Skulpturen zum Teil stark beschädigt. Napoleon I. ließ sich hier zwar im Jahre 1804  durch Papst Pius VII. zum Kaiser krönen, aber danach blieb die Kathedrale unbenutzt. Erst durch den Erfolg des Romans von Victor Hugo wurde sie Mitte des 19. Jahrhunderts unter der Leitung des Architekten Eugène Viollet-le-Duc einer Restaurierung unterzogen, die fast 20 Jahre andauerte.

notre dame paris innen

Besonders beeindruckend sind die drei Rosenfenster im Norden, Süden und Westen der Kathedrale, die zu den größten in Europa gehören. Das nördliche Rosenfenster wurde Mitte des 13. Jahrhunderts erstellt und hat unter allen drei Exemplaren den höchsten Anteil an Originalglass. Allein das Rosenfenster ist fast 13 Meter hoch und zusammen mit den unteren Kirchenfenstern des Lichtgaden erreicht es eine Höhe von rund 19 Metern.

notre dame paris rosenfenster

Es hat die Lobpreisung der Mutter Gottes zum Thema, die im Zentrum mit dem Jesuskind im Arm zu sehen ist und ringsum von Königen und Propheten aus dem Alten Testament umgeben wird.

notre dame rosenfenster 2

Die Kathedrale Notre-Dame ist die meistbesuchte Sehenswürdigkeit von Paris, aber es entstehen für gewöhnlich keine langen Warteschlangen wie beispielsweise beim Eiffelturm oder Louvre. Einzig beim Zugang zu den Türmen muss man mit längeren Wartezeiten rechnen, da jede Viertelstunde nur wenige neue Besucher hinaufgelassen werden. Wer das Anstehen umgehen möchte, kann die Türme auf einer geführten Tour außerhalb der offiziellen Öffnungszeiten hinaufsteigen. Einen Anbieter gibt es zum Beispiel hier: Notre-Dame Türme

Um auf die Türme zu gelangen, stehen keine Aufzüge zur Verfügung. Man muss zwar insgesamt 422 Treppenstufen bewältigen, wird dann aber auch mit einer Rundumsicht auf Paris belohnt und hat aus über 60 Metern eine schöne Aussicht auf die Seine und viele Sehenswürdigkeiten der Stadt.

notre dame türme aussicht

Besonders interessant sind die zahlreichen Wasserspeier, die in Form von Fabelwesen an der Fassade der Kirche angebracht sind. Die Figuren, die auch als Gargoyles bekannt sind, waren im romanischen und gotischen Architekturstil sehr beliebt und sollten böse Kräfte abschrecken. Nicht alle Gargoyles haben eine wasserspeiende Funktion, sondern mehrere sind aus dekorativen Zwecken auf den Türmen angebracht. Die originalen Skulpturen mussten aufgrund von Baufälligkeit entfernt werden und neben den Nachbildungen wurden einige Mitte des 19. Jahrhunderts durch den Bildhauer Victor Pyanet neu geschaffen.

notre dame paris wasserspeier

Tipp:

Empfehlenswert ist es auch, die Türme bei den wenigen Gelegenheiten im Juli und August spätabends zu besuchen, um so einen tollen Ausblick über Paris bei Sonnenuntergang zu erhalten.

Eintrittspreis für die Türme:

Der reguläre Eintrittspreis für die Türme beträgt 10 Euro. Der Eingang befindet sich außen an der westlichen Seite der Kathedrale in der Rue du Cloître Notre-Dame.

Notre-Dame kostenlos:

Der Eintritt in die Kirche ist für alle Besucher kostenlos.

Der Zugang zu den Türmen ist für alle Personen unter 18 und EU-Bürger unter 26 Jahren kostenfrei. Auch Menschen mit Behinderung müssen kein Eintrittsgeld für die Türme zahlen.

Kostenlose Führungen:

Jeden Freitag um 14.00 Uhr und samstags um 14.30 Uhr finden kostenlose Führungen in deutscher Sprache statt. Treffpunkt ist in der Kathedrale unter der großen Orgel und wer möchte, kann nach der Besichtigung eine kleine Spende geben.

Öffnungszeiten:

Die Kathedrale ist täglich von 8.00 bis 18.45 Uhr geöffnet und samstags und sonntags bis 19.15 Uhr.

Die Öffnungszeiten der Türme sind ab April bis September von 10.00 bis 18.30 Uhr und ab Oktober bis März von 10.00 bis 17.30 Uhr. Im Juli und August gelten freitags und samstags die verlängerten Öffnungszeiten bis 23.00 Uhr.

Geschlossen sind die Türme am 1. Januar, 1. Mai und 25. Dezember.

Anreise:

Métro: Haltestelle Cité oder auch Saint Michel Notre-Dame (Linie 4)

RER: Haltestelle Saint Michel Notre-Dame (RER B und C)

Bus: Haltestelle Cité-Palais de Justice (Linien 21, 38, 85 und 96)

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