Musée du Louvre

Das Musée du Louvre ist ein berühmtes Kunstmuseum im Zentrum von Paris, das an den Tuileriengarten grenzt. Mit bis zu 9 Millionen Besuchern pro Jahr zählt es zu den Hauptattraktionen der Stadt und ist das meistbesuchte Kunstmuseum der Welt. Es befindet sich in dem ehemaligen Königspalast, der bis zum Umzug ins Schloss Versailles als Machtzentrum diente. Der erste Königspalast in der Conciergerie war Mitte des 14. Jahrhunderts bei einem Bürgeraufstand gestürmt worden, worauf Karl V. bei seiner Machtübernahme 1364 eine Verlegung veranlasste. An der Stelle des Louvre stand eine alte Festung, die er zur königlichen Hauptresidenz umbauen ließ.

1546 beauftragte Franz I. den Architekten Pierre Lescot mit der Modernisierung zu einem Palast im Stil der Renaissance, der bis heute fortbesteht. Markenzeichen des Louvre ist die über 20 Meter hohe Pyramide aus Stahl und Glas, die auch als Haupteingang dient. Sie wurde von dem chinesischen Architekten I.M. Pei gebaut und durch die Form der Cheops-Pyramide beeinflusst. Zu weiteren Merkmalen gehören die 86 Statuen von bedeutenden französischen Persönlichkeiten, die auf der ersten Etage der Fassade angebracht sind.

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Nach dem Umzug des Hofes nach Versailles war das Gebäude zunächst Sitz von zwei Kunstakademien. Während der Französischen Revolution wurde beschlossen, hier beschlagnahmte Kunstwerke auszustellen und der Louvre wurde so zum ersten öffentlichen Museum Frankreichs. Heute sind auf drei Gebäudeflügel etwa 35.000 Kunstobjekte verteilt. Die Zeitspanne der Werke reicht dabei von 7500 vor Christus bis ins 19. Jahrhundert. Ausgestellt sind zum Beispiel Keramiken, Metallwaren und Skulpturen der Antike, Gemälde von europäischen Malern wie Rembrandt, Jan Vermeer, Peter Paul Rubens und Raffael oder Dekorationsobjekte, Waffen und Schmuck aus Afrika, Asien und dem Alten Ägypten. Zu den bekanntesten Werken gehören Skulpturen wie Der sterbende Sklave und Nike von Samothrake oder Gemälde wie Die Freiheit führt das Volk, Die Hochzeit zu Kana und Die Krönung Napoleons I.

Der sterbende Sklave ist eine Skulptur des Malers und Bildhauers Michelangelo. Sie war zusammen mit Der aufständische Sklave für das Grab von Papst Julius II. vorgesehen. Beide Skulpturen blieben unvollendet und sind heute in Saal 4 des Denon Flügels ausgestellt. Die Nike von Samothrake gehört zu den wichtigen Skulpturen der griechischen Antike. Sie wurde im 2. Jahrhundert vor Christus aus weißem Marmor erstellt und auf der Insel Samothraki gefunden. Hier war sie Bestandteil eines Tempelkomplexes wie Rekonstruktionen zeigen. Die Skulptur wurde zur Verherrlichung einer gewonnenen Seeschlacht angefertigt und symbolisiert die Siegesgöttin Nike. Ursprünglich war sie auf dem Bug eines Marmorschiffes platziert und hielt die rechte Hand zur Verkündung des Sieges hoch, während die Seebrise die leichte Kleidung an ihren Körper presst und die Flügel zurück wirft.

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Das Gemälde Die Freiheit führt das Volk wurde 1830 von Eugène Delacroix erstellt und zeigt symbolisch die Kämpfe während der Julirevolution. Es gilt als das berühmteste Abbild von Frankreichs Nationalfigur Marianne und ist im Denon Flügel in Saal 77 zu finden. Das Werk Die Hochzeit zu Kana von Paolo Veronese gehört mit einer Höhe von 6,80 Metern und einer Breite von fast 10 Metern zu den größten Gemälden, die jemals erstellt wurden. Es befand sich ursprünglich im Benediktinerkloster der Insel San Giorgio Maggiore in Venedig, das in den Revolutionskriegen von Napoleons Armee geplündert wurde.

Das Gemälde stellt eine Erzählung aus dem Johannisevangelium dar, in der Jesus auf einer Hochzeit in der Stadt Kana Wasser in Wein verwandelt. Der Künstler malte das Hochzeitsessen vor einer venezianischen Kulisse mit hohen Säulenbauten und einem Kirchturm. Das Brautpaar ist am linken Ende des Tisches platziert, während im Zentrum Jesus abgebildet ist. Umgeben ist er von mehr als 100 weiteren Gästen, darunter seine Mutter Maria, einige seiner Jünger sowie Adelsleute und Prinzen. Im unteren Teil ist eine Gruppe Musiker zu sehen, in der sich der Maler in heller Kleidung verewigt hat. Ausgestellt ist das Gemälde im Denon-Flügel in Saal 6.

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Die Krönung Napoleons I. von Jacques-Louis David ist mit einer Höhe von 6,2o Metern und einer Breite von 9,80 Metern das zweitgrößte Gemälde im Louvre. Es zeigt die Kaiserkrönung von Napoleon Bonaparte in der Kathedrale Notre-Dame. Hier krönte er sich im Dezember 1804 zunächst selbst und danach seine Frau Joséphine, während der anwesende Papst Pius VII. seinen Segen gab. Bei der dargestellten Zeremonie ist Napoleon im Zentrum abgebildet, während der Papst direkt hinter ihm sitzt. Rund um den Altar stehen Würdenträger des päpstlichen Hofes und Ersten Kaiserreichs sowie Marschälle aus Napoleons Armee.

Am Beginn der Treppe ist Joséphine auf Knien und mit zusammengefalteten Händen zu sehen. Sie trägt ein langes Krönungsgewand, das von zwei Damen hochgehalten wird, während Napoleon ihre Krone mit beiden Händen hochhält. In den Reihen hinter ihr ist Napoleons Verwandschaft versammelt, darunter sein kleiner Sohn, seine Schwestern und zwei seiner Brüder. Im Zentrum der Loge ist auch seine Mutter Letizia dargestellt, obwohl sie aufgrund eines Familienstreits nicht an der Zeremonie teilnahm. Ausgestellt ist das Gemälde in Saal 75 des Denon-Flügels.

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Die beliebtesten Ausstellungsobjekte des Louvre sind aber wohl die Mona Lisa und die Skulptur Venus von Milo. Die Mona Lisa stammt von Leonardo da Vinci und gilt als das berühmteste Gemälde der Welt. Der originale Name lautete wohl „Monna Lisa“ und ist eine Kurzform des italienischen Ma Donna Lisa, was mit „Frau Lisa“ übersetzt werden kann. Das Bild entstand etwa 1503 und zeigt wahrscheinlich Lisa del Giocondo, die Frau eines florentinischen Tuchhändlers. Das Werk wurde nie fertiggestellt und Da Vinci nahm es mit nach Frankeich, als er Franz I. beim Bau eines seiner Schlösser beriet. Kurz vor Da Vincis Tod kaufte dieser das Bild und es blieb in königlichem Besitz, bis es während der Französischen Revolution aus dem Schloss Versailles in den Louvre gebracht wurde.

Dargestellt ist eine junge Frau, die mit übereinander gelegten Händen auf einem Balkon sitzt. Im Hintergrund ist eine hügelige Landschaft mit einer Steinbrücke und mehreren Flüssen sowie hohen Bergen zu sehen. Da Vinci nutzte die Sfumato-Technik, um die Berge in der Ferne durch leichte Pigmentveränderungen weichzuzeichnen und damit eine realitätsnahe Luftperspektive zu schaffen. Er nutzte die Maltechnik auch für optische Täuschungen wie das Lächeln der Mona Lisa. So erscheint es dem Betrachter zwar beim Blick in ihre Augen, verschwindet aber bei der direkten Sicht auf den Mund. Für eine weitere Illusion wandte er die Maltechnik des Silberblicks an. Durch die asymmetrische Position der Pupillen erhalten Betrachter den Eindruck, als würde Mona Lisas Blick ihnen folgen. Ausgestellt ist das Gemälde in Saal 6 des Denon-Flügels.

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Die Skulptur der Venus von Milo  zählt zu den bedeutendsten Werken der Antike. Sie wurde zwischen 130 und 100 vor Christus erstellt und symbolisiert Aphrodite, die Göttin der Schönheit aus der griechischen Mythologie. Ihr römisches Gegenstück ist die Göttin Venus und da die Skulptur 1820 auf der Insel Milos gefunden wurde, erhielt sie ihren heutigen Namen. Die etwa 2 Meter hohe Marmorstatue zeigt die Göttin nur mit einem Stofftuch unterhalb der Hüfte bedeckt. Kleine Befestigungslöcher deuten darauf hin, dass metallene Schmuckstücke wie Stirnband und Ohrringe angebracht waren. Es wird außerdem vermutet, dass die Göttin mit einem Ellbogen auf einem Pfeiler lehnte und dabei einen Apfel in der Hand hielt wie Rekonstruktionen zeigen. Ausgestellt ist die Skulptur in Saal 7 des Sully-Flügels.

Zu den beeindruckendsten Sälen im Louvre zählt die 60 Meter lange und 12 Meter hohe Apollo-Galerie, deren Gestaltung Vorbild für den Spiegelsaal im Schloss Versailles war. Die Galerie wurde ursprünglich für Heinrich IV. erstellt, doch nachdem sie 1661 durch ein Feuer zerstört worden war, ordnete der „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. den Neubau an. Der Architekt Louis Le Vau wurde mit der Leitung beauftragt, der Hofmaler Charles Le Brun fertigte die Wandgemälde an und der Bildhauer François Girardon die dekorativen Skulpturen. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Galerie restauriert, um die letzten Gemälde fertigzustellen, die wegen des Umzugs nach Versailles unvollendet geblieben waren. Darunter ist auch das namensgebende Deckengemälde im Zentrum, das den Sonnengott Apollo bei der Tötung des Pythons zeigt. Zu finden ist die Galerie in Saal 75 des Denon-Flügels.

louvre apollo

Die Apollo-Galerie beherbergt auch die erhaltenen französischen Kronjuwelen, darunter Zepter, Kronen, Diademe, Halsketten und Armbänder der königlichen Familien. Kostbarstes Ausstellungsstück ist der 140 Karat Diamant Regent, den zum Beispiel Napoleon bei seiner Kaiserkrönung mit sich trug. Ein weiteres bedeutendes Objekt ist die Königskrone von Ludwig XV. im Hauptschaukastens, die als einzige Krone die Französische Revolution unbeschadet überstand.

Die Krone war mit zahlreichen Diamanten und Edelsteinen geschmückt, aber diese wurden während der Dritten Französischen Republik verkauft und durch Glaskopien ersetzt. Auf der linken Seite des Schaukastens sind außerdem die originalen Saphire von Königin Maria Amalia ausgestellt. Im unteren Zentrum und rechts oben sind Armbänder mit rotem Spinell und ein Diadem von Marie Thérèse Charlotte zu sehen, der Tochter von Ludwig XVI. und Marie Antoinette.

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Lohnenswert ist auch ein Besuch der Napoleon III. Appartements am Endes des Richelieu Flügels. Der Neffe von Napoleon Bonaparte ließ nach der Ernennung zum Kaiser im Jahr 1852 den Flügel erweitern. Dies verband den Louvre vollständig mit dem heute zerstörten Tuilerienpalast, den er mit seiner Frau Eugénie bewohnte. Die sogenannten Appartements beherbergten unter anderem Empfangs- und Speisesäle und waren Sitz des Staatsministeriums, das hier hochrangige Gäste empfing. Die prunkvoll eingerichteten Räume zeichnen sich durch opulente Kristallleuchter, luxuriöse Möbelstücke sowie zahlreiche Deckengemälde und Goldverzierungen aus.

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Eintrittspreis:

Der reguläre Eintrittspreis beträgt 15 Euro und beeinhaltet den Zugang zu den Dauer- und Wechselausstellungen sowie dem Eugène-Delacroix Museum.

Louvre kostenlos:

Der Eintritt ist kostenlos für EU-Bürger unter 26 Jahren und Menschen mit Behinderung. An jedem ersten Sonntag des Monats von Oktober bis März gibt es für alle Personen freien Zugang. Auch am Nationalfeiertag am 14. Juli ist der Eintritt kostenlos.

Louvre ohne Anstehen:

Es kann insbesondere in der Sommer- und Ferienzeit zu langen Warteschlangen vor dem Haupteingang kommen. Um langes Anstehen zu vermeiden, können Tickets zum Beispiel bei Reiseanbietern wie Get Your Guide im voraus gebucht werden.

Öffnungszeiten:

Das Museum ist täglich außer dienstags von 9.00 bis 18.00 Uhr geöffnet und mittwochs und freitags bis 21.45 Uhr.

Am 24. und 31. Dezember schließt der Louvre um 17.00 Uhr.

Louvre Karte:

Für eine bessere Orientierung im Louvre ist hier eine Karte mit Beschreibungen der einzelnen Ausstellungsbereiche zu finden.

Anreise:

Métro : Mit der Linie 1 bis zur Haltestelle Palais Royal – Musée du Louvre (Métroplan)

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