Musée d’Orsay

Das Musée d’Orsay, das direkt gegenüber dem Louvre und dem Tuileriengarten liegt, ist mit durchschnittlich 3,5 Millionen Besuchern im Jahr eines der beliebtesten Museen in Paris. Es ist vor allem für die weltweit größte Sammlung impressionistischer und post-impressionistischer Gemälde bekannt. In dem Museumsgebäude befand sich ursprünglich der Bahnhof Gare d’Orsay, der von dem Architekten Victor Laloux im Beaux-Arts Stil für die Weltausstellung von 1900 gebaut wurde. Er erhielt seinen Namen von dem Verwaltungsgebäude Palais d’Orsay an der Stelle, das zwei Jahre zuvor zerstört worden war.

Der Bahnhof wurde 1939 geschlossen, da die Bahnsteige mittlerweile zu klein für die länger werdenden Züge waren. Während des 2. Weltkriegs diente das Gebäude als Postzentrum und in der Folgezeit unter anderem als Lagerhalle. In den 70er Jahren sollte es zerstört werden, doch der damalige Kulturminister konnte dies verhindern. Nachdem der Vorschlag eines Museums in dem Gebäude akzeptiert worden war, fand eine grundlegende Restaurierung und Umgestaltung statt und das Musée d’Orsay wurde 1986 schließlich eingeweiht.

musee d'orsay paris

Das Museum beherbergt rund 4000 Ausstellungstücke aus den Jahren 1848 bis 1914, darunter Skulpturen, Gemälde, kunsthandwerkliche Objekte sowie Möbel. Zu den bekanntesten Werken gehören Gemälde von Claude Monet, Édouard Manet, Auguste Renoir und Vincent van Gogh sowie Skulpturen von Auguste Rodin. Eines der Hauptmerkmale des 175 langen und über 30 Meter hohen Museums ist das große Glasdach, das die offenen Ausstellungsbereiche mit viel natürlichem Licht versorgt.

musee d'orsay innen

Das Museum ist in die drei Bereiche Erdgeschoss, mittlere Ebene und Obergeschoss aufgeteilt. Im Erdgeschoss sind neben Skulpturen, Möbeln und Dekorationsobjekten auch Gemälde der Jahre 1848 bis 1874 ausgestellt. Zu den meistbesuchten Ausstellungssälen gehören der Saal 13 mit Gemälden von Edgar Degas sowie Saal 14 mit Bildern von Paul Cézanne und dem bedeutenden Werk Olympia von Édouard Manet. Sehenswert ist auch Saal 18 mit Gemälden von Claude Monet wie zum Beispiel Frauen im Garten.

Die Skulpturen umfassen verschiedene Epochen wie den Klassizismus mit Werken wie Sapho von James Pradier, welches die antike Dichterin Sappho darstellt. Aus der Romantik ist unter anderem die Goethe-Büste von David d’Angers zu sehen. Weitere Skulpturen stammen aus der Zeit der Dritten Republik, wie ein Modell der Freiheitsstatue von Frédéric-Auguste Bartholdi. Sie wurde für die Weltausstellung von 1900 erstellt und stand im Jardin du Luxembourg, bis sie 2011 vom Senat an das Museum überreicht wurde. Die 3 Meter hohe Statue befindet sich heute direkt unter der goldenen Bahnhofsuhr, die von Victor Laloux stammt.

musee d'orsay freiheitsstatue

Auf der mittleren Ebene befinden sich Dekorationsobjekte von bedeutenden Künstlern wie Antoni Gaudi sowie Möbelstücke von Designern wie Louis Majorelle. Zu den ausgestellten Skulpturen gehören Werke bekannter Bildhauer wie Antoine Bourdelle, zum Beispiel Herkules der Bogenschütze. Die Gemälde auf der Ebene stammen aus der Zeit 1875 bis 1914 und umfassen Werke von berühmten Malern wie Paul Gauguin oder Vincent van Gogh. In Saal 71 findet man van Goghs Kirche von Auvers und in Saal 72 „Sternennacht über der Rhone“, das zu den bekanntesten Werken des Post-Impressionismus zählt.

Das Gemälde zeigt das Ufer der Rhone in der südfranzösischen Stadt Arles, in der Van Gogh 1888 lebte. Im Vordergrund sind Boote zu sehen sowie ein Liebespaar, das am Ufer spazieren geht. In der Ferne sind die Umrisse von Arles erkennbar und die Gaslampen am Stadtrand reflektieren in goldenen Farben auf dem blauen Wasser. Der Himmel ist mit Sternen bedeckt, wobei die hellsten Sterne in der Konstellation des Großen Wagens leuchten.

musee d'orsay, sternennacht über der rhone

Auf der Etage gibt es zudem ein Restaurant, das sich durch zahlreiche Kronleuchter, Goldverzierungen, Gemälde und Skulpturen auszeichnet. Besonders beeindruckend ist das große Wandgemälde des Malers Gabriel Ferrier. Es stellt auf einer Länge von über 15 Metern die vier Jahreszeiten dar.

musee d'orsay restaurant

Die neun Ausstellungsräume im Obergeschoss beherbergen unter anderem Skulpturen von Edgar Degas oder Auguste Rodin, darunter auch Rodins bekanntes Werk Das eherne Zeitalter. Darüber hinaus ist eine große Kollektion impressionistischer Gemälde zu sehen. Sie umfasst Monets Frühstück im Grünen oder Exemplare aus seiner Bilderserie Kathedrale von Rouen. Zu weiteren bekannten Werken zählen zum Beispiel ein Gemälde der Serie Die Kartenspieler von Cézanne sowie Der Balkon von Manet. Mit „Tanz im Moulin de la Galette“ von Auguste Renoir ist auch eines der berühmtesten Werke des Impressionismus ausgestellt.

Die Moulin de la Galette (Galette-Mühle) befand sich auf dem Hügel Montmartre und war zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein Café mit zwei Windmühlen, das Speisen aus eigenem gemahlenen Mehl anbot. Von 1834 bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts diente es an Sonn- und Feiertagen auch als Guingette, einer Taverne mit Tanzgelegenheiten, und war ein beliebter Treffpunkt für die bürgerliche Oberschicht. Renoir fing 1876 die Stimmung eines fröhlichen Sonntagnachmittags ein und malte Gäste auf der Außenterrasse, die bei schönem Wetter zur Musik eines Orchesters feiern. Auf den Sitzgelegenheiten im Vordergrund sind befreundete Künstler zu sehen wie zum Beispiel der Maler und Zeichner Franc-Lamy.

musee d'orsay, bal du moulin de la galette

Im Obergeschoss befinden sich neben einem Café auch die ehemaligen Bahnhofsuhren sowie eine Dachterrasse mit Blick auf Paris. Von der Terrasse hat man eine gute Sicht auf den Tuileriengarten sowie den Louvre am gegenüber liegenden Ufer der Seine. Auch die Basilika Sacré-Coeur kann man von hier in der Ferne sehen.

musee d'orsay terrasse

Besonders beeindruckend sind die riesigen ehemaligen Bahnhofsuhren. Sie haben eine Höhe von über 5 Metern und durch die Ziffernblätter kann man auf Teile von Paris blicken.

musee d'orsay uhr

Öffnungszeiten:

Das Musée d’Orsay ist dienstags, mittwochs und freitags bis sonntags von 9.30 bis 18.00 Uhr geöffnet. Jeden Donnerstag sind die Öffungszeiten bis 21.45 Uhr. Montags sowie am 1. Mai und 25. Dezember ist das Museum geschlossen.

Eintrittspreise:

Der reguläre Eintrittspreis beträgt 12 Euro. Donnerstags zahlt man nach 18.00 Uhr einen reduzierten Preis von 9 Euro. An den übrigen Tagen gilt der reduzierte Preis ab 16.30 Uhr.

Insbesondere in den Sommermonaten und zur Ferienzeit kann es zu langen Wartezeiten vor dem Museum kommen. Wer die Warteschlangen umgehen möchte, kann bei deutschen Reiseanbietern wie Get Your Guide Tickets ohne Anstehen buchen.

Musée d’Orsay kostenlos:

Der Eintritt in das Museum ist für Personen unter 18, EU-Bürger unter 26 Jahren und Menschen mit Behinderung kostenlos. Außerdem ist der Eintritt an jedem ersten Sonntag des Monats kostenfrei.

Anreise:

Métro: Mit der Linie 12 bis zur Haltestelle Solférino

RER: Mit der Linie C bis zur Haltestelle Musée d’Orsay

Bus: Linien 24, 63, 68, 73, 83, 84 und 94

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