Musée Carnavalet

Das Musée Carnavalet, auch bekannt als das Museum der Geschichte von Paris, liegt im Viertel Marais unweit vom Place des Vosges. Das Museum befindet sich in zwei angrenzenden Stadtpalästen, dem früheren Hôtel de Carnavalet sowie dem Hôtel Le Peletier und zeigt Objekte mit Bezug zu Paris, die von der vorrömischen Zeit bis zur Gegenwart reichen. Das Hôtel de Carnavalet wurde Mitte des 16. Jahrhunderts für den damaligen Präsidenten des Gerichtshofs erstellt und entstand wahrscheinlich unter der Leitung des Architekten Pierre Lescot, welcher auch den südwestlich gelegenen Lescot-Flügel des Louvre gestaltete. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde das Stadtpalais dann im Auftrag seines neuen Besitzers durch den berühmten Architekten François Mansart erweitert.

In dem im Renaissance-Stil erbauten Stadtpalast wohnte daraufhin zeitweise die berühmte französische Aristokratin Marquise de Sévigné, deren Briefe an ihre Tochter einen festen Platz in der französischen Literaturgeschichte haben. Das Palais blieb bis zum Ausbruch der Französischen Revolution ab 1789 in Privatbesitz, bevor mehrere Bildungseinrichtungen beherbergte wie unter anderem eine Schule für Bauwesen. Auf Empfehlung von George-Eugène Haussmann, dem Stadtplaner von Paris während des Zweiten Kaiserreichs, wurde das Anwesen 1866 von der Stadt gekauft und 14 Jahre später als Museum eröffnet. Ende des 20. Jahrhunderts wurde dann das zweite Stadtpalais aus Platzgründen hinzugekauft.

Heute fallen auf dem Weg ins Innere des Museums vor allem die langen Arkadengänge sowie die schönen Vorgärten im barocken Gartenstil auf.

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Auf Höhe des Eingangs steht eine Statue des „Sonnenkönigs“ Ludwig XIV. auf dem nach ihm benannten Vorplatz. An der Fassade befinden sich zudem Reliefs des französischen Bildhauers Jean Goujot, welche die vier Jahreszeiten repräsentieren. Die Reliefs waren ursprünglich am Wohnhaus von Pierre Lescots Cousin angebracht, bevor dieser sie hier anbringen ließ.

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Die verschiedenen Ausstellungsbereiche zeigen die historische Entwicklung von Paris, angefangen von der keltischen Stadt Lutetia, die vom Stamm der Parisii besiedelt war, über die Regierungszeiten der Könige und Kaiser bis zum Paris der Moderne. Chronologisch aufgeteilt sind sowohl antike Artefakte und Keramiken als auch Skulpturen, Bilder und Möbel sowie eine große Uhrensammlung aus funktionierenden Exemplaren.

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Auf vielen Bildern sind berühmte Monumente von Paris im Laufe der Zeit dargestellt. Im Ausstellungsbereich von Paris unter Ludwig XVI. kann man zum Beispiel auf einem Bild von Pierre-Antoine Demachy die Grundsteinlegung der Kirche der Heiligen Geneviève sehen, dem heutigen Panthéon.

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Eine Besonderheit des Museums stellen frühere Habseligkeiten berühmter französischer Persönlichkeiten dar, wie unter anderem von Marie Antoinette, Émile Zola, Napoleon I. oder Jean-Jacques Rousseau. So sind zum Beispiel Napoleons Reise-Necessaire sowie diverse Fächer und Schuhe von Marie Antoinette ausgestellt.

Auch die Ausstellung zur Französischen Revolution ist einen Besuch wert. Hier befinden sich unter anderem mehrere Objekte mit Bezug zum berüchtigten Gefängnis Bastille, das auf dem Place de la Bastille stand und dessen Erstürmung die Französische Revolution einleitete. Neben originalen Gefängnisschlüsseln sind hier zum Beispiel auch verschiedene Miniaturmodelle der Bastille zu sehen, die aus den Mauern der zerstörten Festung gemeißelt wurden.

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Eintrittspreise:

Der Eintritt für das Musée Carnavalet ist das ganze Jahr über kostenlos.

Öffnungszeiten:

Das Museum ist dienstags bis sonntags von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet und montags geschlossen. Voraussichtlich bis Ende 2019 finden Renovierungsarbeiten statt und das Museum ist in dieser Zeit nicht zu besichtigen.

Anreise:

Métro: Mit der Linie 1 bis zur Haltestelle Saint-Paul

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