Montmartre

Das Viertel Montmartre umringt den gleichnamigen 130 Meter hohen Hügel im Norden von Paris und ist insbesondere durch die Basilika Sacré-Coeur sowie das Varieté Moulin Rouge Anziehungspunkt für Millionen Touristen. Aber auch die malerischen Gassen laden dazu ein, durch das Viertel zu spazieren und die historische Atmosphäre zu genießen. Verwinkelte Straßen aus Kopfsteinpflaster, gemütliche Cafés und die ausgestellten Bilder vor vielen kleinen Läden verleihen Montmartre einen ganz besonderen Charme.

montmartre sacre coeur paris

Montmartre war einst ein kleines Dorf, das durch Weinberge, Obstplantagen und den Gipsabbau hauptsächlich von der Landwirtschaft geprägt war. 1860 wurde Montmartre eingemeindet und Anfang des 20. Jahrhunderts zum bevorzugten Wohnort für viele Schriftsteller, Maler und Komponisten. Darunter waren berühmte Künstler wie Van Gogh, Picasso oder Dali, dessen Werke auch im zentral gelegenen Espace Dali besichtigt werden können.

Zu einem der bekanntesten Künstlerhäuser wurde das Bateau Lavoir, in dem vorwiegend Maler wohnten, aber auch Schauspieler oder Schriftsteller. Picasso zog 1905 ein und zu den namhaften Besuchern seines Ateliers zählten unter anderem Maler wie Henri Matisse, George Braque und Henri Rousseau sowie die Schriftsteller Guillaume Apollinaire und Gertrude Stein. Hier schuf er auch sein berühmtes Bild Les Demoiselles d’Avignon, welches als Ursprung für die Stilrichtung des Kubismus gilt. 1970 wurde das Haus durch ein Feuer zerstört und 8 Jahre später mitsamt vieler Ateliers wieder aufgebaut. Zu finden ist es am Place Emile Goudeau.

bateau lavoir paris

Auch heute ist das Viertel noch künstlerisch geprägt und so findet man in Montmartre neben Ateliers und Kunstgalerien dutzende Maler auf dem Place du Tertre, die hier ihre Werke ausstellen oder Porträts anfertigen. In der Nähe des Platzes kann es allerdings auch zu Anfragen von vermeintlichen Malern mit Klemmbrettern unter dem Arm kommen, die anbieten, ein Porträt zu zeichnen. Diese sind in vielen Fällen keine angemeldeten Künstler und um Enttäuschungen zu vermeiden, ist es empfehlenswert, solche Angebote abzulehnen, um dann am Place du Tertre die Werke zu vergleichen.

place du tertre montmartre

Es gibt mit der Moulin de Blute-Fin und der Moulin Radet noch zwei erhaltene Windmühlen, die einst zu 13 Exemplaren auf dem Hügel Montmartre gehörten. Sie standen beide in der Nähe des Cafés und Tanzlokals Moulin de la Galette welches sowohl Renoir als auch Picasso und Van Gogh zu zahlreichen Bildern inspirierte. Picasso und Renoir malten zum Beispiel die Feste im Tanzlokal und Renoirs bekanntes Werk Bal du moulin de la Galette ist heute im Musée d’Orsay zu besichtigen. Van Gogh malte vor allem die Landschaft rund um das Lokal und so gibt es auch mehrere Bilder mit den Namen der beiden Windmühlen.

Heute liegt die Moulin Blute-Fin auf einer Anhöhe eines privaten Grundstücks und ist für die Öffentlichkeit kaum einsehbar, während die Moulin Radet auf dem Dach eines Restaurants steht, das den Namen des einstigen Tanzlokals übernommen hat. Zu finden sind beide in der Rue Lepic.

windmühlen montmartre

Nicht weit entfernt befindet sich an der Kreuzung zur Rue Couchois das Café des Deux Moulins, das seinen Namen in Anlehnung an die zwei Windmühlen erhielt und durch den Kinofilm Die fabelhafte Welt der Amélie bekannt wurde. Hier befindet sich der Drehort für das Café, in dem die Hauptfigur Amélie als Kellnerin arbeitet. Seitdem wurde nur wenig verändert und neben Plakaten und Requisiten, die an den Film erinnern, sieht der Innenraum fast wie der originale Filmschauplatz aus.

cafe des deux moulins

Empfehlenswert ist auch der Besuch des letzten Weinbergs in Paris. Der Weinanbau in Montmartre begann schon ab dem 12. Jahrhundert, als eine Benediktiner-Abtei mitsamt Weingärten auf dem Hügel errichtet wurde. Nach der Eingemeindung schritt die Städtebauentwicklung schnell voran und neben Obstplantagen und Windmühlen mussten auch auch die Gärten neuen Gebäuden weichen. In den 1930-er Jahren erwarb eine Gruppe Künstler das heutige Stück Land, um die alte Tradition der Weinherstellung in Montmartre wiederaufleben zu lassen. Auf rund 1500 Quadratmetern werden hier heute noch fast dreißig verschiedene Traubensorten angebaut und jeden Oktober wird die Ernte für fünf Tage bei dem Fest Fête des Vendanges gefeiert. Dort kann der Wein gekostet werden und der Verkauf der Flaschen kommt sozialen Projekten im Viertel zugute. Zu finden ist der Weinberg in der Rue des Saules.

montmartre weinberg

Tour durch Montmartre

Alle Orte sowie weitere Sehenswürdigkeiten in Montmartre können auch auf geführten Touren besichtigt werden. Einen Anbieter gibt es zum Beispiel hier: Montmartre Tour

Wer das Viertel lieber fahrend entdecken möchte, kann den Petit Train de Montmartre für eine halbstündige Tour nutzen. Das Fahrzeug in Form einer kleinen Eisenbahn startet am Place Blanche in der Nähe der Moulin Rouge und passiert unter anderem die Sacré-Coeur und den Place du Tertre. Die Fahrtzeiten sind täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr und in den Monaten Juli und August bis um Mitternacht. Der reguläre Fahrpreis beträgt 6,50 Euro und Kinder unter 12 Jahren zahlen 4,50 Euro.

Anreise:

Métro: Mit der Linie 2 bis zu den Haltestellen Anvers oder Blanche. Möglich ist auch die Linie 12 bis zur Haltestelle Abbesses.

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