Le Train Bleu

Le Train Bleu ist ein Bahnhofsrestaurant, das sich durch eine besonders prunkvolle Einrichtung auszeichnet und zu den bekanntesten Lokalen in Frankreich gehört. Es ist Teil des Bahnhofs Gare de Lyon, der wie die heutigen Museen Grand Palais und Petit Palais sowie die Brücke Pont Alexandre III. für die Weltausstellung von 1900 errichtet wurde. Auftraggeber war die ehemalige Privatbahngesellschaft PLM, die auch ein luxuriöses Restaurant im Zentrum des Gebäudes plante. Mit Marius Toudoire engagierte man den gleichen Architekten für beide Projekte und das Restaurant konnte 1901 durch den Präsidenten Emile Loubet eingeweiht werden.

Ursprünglich hieß es Buffet de la Gare de Lyon und wurde erst 1963 in Anlehnung an den ehemaligen Luxuszug Train Bleu umbenannt. Dieser war bis 2007 in Betrieb und der Bahnhof gehörte zu einer der Haltestellen auf der Fahrt an die italienische Riviera. Das Restaurant erfreut sich bis heute großer Beliebtheit und empfängt täglich mehrere hundert Gäste. Es befindet sich über einer Zweigstelle des Montreux Jazz Café  in der Haupthalle und ist durch einen bronzenen Treppenaufgang zu erreichen.

gare de lyon, train bleu

Die beeindruckende Inneneinrichtung wurde im Stil des Neubarock geschaffen und besteht unter anderem aus Goldverzierungen, Skulpturen, Wand- und Deckengemälden sowie Vertäfelungen aus Mahagoni. Viele bekannte Persönlichkeiten schätzten das luxuriöse Ambiente und wurden Stammgäste, darunter Schauspieler wie Brigitte Bardot und Jean Gabine, die Modeschöpferin Coco Chanel oder der spanische Künstler Salvador Dali, der in den 1930er Jahren in Paris lebte. Das Restaurant besteht vor allem aus zwei Sälen, von denen der Hauptsaal am Eingang mit einer Länge von 26 Metern und einer Höhe von 11 Metern die größere Fläche aufweist.

le train bleu restaurant paris

Hier befindet sich auch der Hauptanteil der insgesamt 41 Gemälde, für die 27 bedeutende Maler der Epoche wie Henri Gervex oder François Flameng engagiert wurden. Auf den Gemälden werden Städte sowie Landschaften aus Regionen Frankreichs dargestellt, die von der Privatbahngesellschaft befahren wurden. Die Wandgemälde zeigen zum Beispiel Landschaften rund um Monaco oder Villefranche-sur-Mer an der französischen Riviera.

train bleu paris, wandbilder

Entlang von Kristallleuchtern sind Deckengemälde von Sehenswürdigkeiten in Paris zu sehen, darunter die Pont Alexandre III. oder die Basilika Sacré-Coeur. Mit Marseille oder Toulon sind auch weitere Städte an der Mittelmeerküste dargestellt, während das runde Deckengemälde im Zentrum Lyon zeigt.

le train bleu deckengemälde

Der kleinere Salon doré (Goldener Saal) fällt durch besonders viele Goldverzierungen auf. Er ist 16 Meter lang, 8 Meter hoch und beherbergt unter anderem Gemälde mit der vulkanischen Landschaft von Puy-en-Velay. Der Saal diente auch als Kulisse für eine Szene des Kinofilms Nikita von Luc Besson.

Train bleu

Speisekarte:

Die Karte für das Restaurant und die Bar mitsamt der Preise kann auf der offiziellen Webseite eingesehen werden.

Anreise:

Métro: Mit der Linie 1 oder 14 bis zur Haltestelle Gare de Lyon (Métroplan)

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