Jardin du Luxembourg

Der Jardin du Luxembourg, der sich im 6. Arrondissement nahe des Panthéons befindet, ist ein ehemaliger königlicher Schlossgarten. Der etwa 25 Hektar große Park wurde Anfang des 17. Jahrhunderts durch die Königin Maria von Medici in Auftrag gegeben, der zweiten Frau von Heinrich IV. Nach dessen Tod entschied sie sich für den Bau eines Schlosses mitsamt Gärten, da sie sich im Königspalast des Louvre nicht mehr wohl fühlte und die gesamte Anlage war 1645, nach 30 Jahren Bauzeit, fertiggestellt. Der Entwurf des Schlosses stammt von ihrem Hofarchitekten Salomon de Brosse und Vorbild war der Palazzo Pitti in Florenz, welcher Mitte des 16. Jahrhunderts von der Medici-Familie erworben worden war und in dem die Königin aufwuchs. Heute ist der Palais du Luxembourg Sitz des französischen Senats.

palais du luxembourg

Der Park ist vor dem Schloss in der Art des französischen Barockgartens angelegt, während die Grünflachen im westlichen und südlichen Teil vom Stil der englischen Landschaftsgärten beeinflusst wurden. Die Königin wollte ursprünglich einen Schlosspark, wie sie ihn aus ihrer Kindheit in Florenz kannte und so wurde die 8 Hektar große Fläche zunächst als Renaissance-Garten angelegt. Später ließ sie das Gelände auf über 30 Hektar erweitern und beauftragte den Landschaftsarchitekten Jacques Boyceau mit der Veränderung in einen für Frankreich typischen Barockgarten. Während des Zweiten Kaiserreichs ab 1852, der Zeit der massiven Umgestaltung von Paris, wurde der Park wieder um einige Hektar verkleinert, um angrenzende Straßen zu verlängern. In dieser Phase veränderte der Architekt Gabriel Davioud auch den südlichen Teil des Parks im Stil der englischen Gärten.

Eines der Hauptmerkmale des Jardin du Luxembourg ist auch heute noch das große Wasserbecken vor dem Schloss, das von Palmen umgeben ist.

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Rund um den Park sind Statuen verteilt, die zum Beispiel französische Königinnen darstellen oder bedeutende Künstler wie unter anderem Chopin oder Beethoven. Auch ein Miniaturmodell der Freiheitsstatue von Frédéric-Auguste Bartholdi befindet sich in den Gärten westlich des großen Wasserbeckens. Hierbei handelt es sich allerdings um eine Kopie, da das Original in das Musée d’Orsay verlegt wurde. Die Skulpturen vor dem Schloss sind vor allem entlang der farbenprächtigen Pflanzen- und Blumenbeete aufgestellt.

jardin du luxembourg blumen

Der Jardin du Luxembourg ist der bekannteste und meistbesuchte Park in Paris. Insbesondere bei gutem Wetter wirkt es hier oft sehr voll, aber es finden sich eigentlich immer Sitzgelegenheiten unter der großen Anzahl an Bänken und Stühlen, auf denen man sich vom Sightseeing ausruhen kann.

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Möchte man lieber abseits des Trubels und geschützt von der Sonne entspannen, gibt es im Randbereich weit angelegte Grünflächen mit hohen Bäumen. Sehenswert sind hier auch die zahlreichen aufgestellten Brunnen. Während sich im Westen zum Beispiel ein Denkmalbrunnen befindet, der dem Maler Auguste Delacroix gewidmet ist, liegt im Nordosten neben dem Schloss der Medici-Brunnen. Er wurde von dem italienischen Landschaftsarchitekten Tommaso Francini erstellt, welcher auch den ursprünglichen Renaissance-Garten anlegte und zeigt im Zentrum Figuren aus der römischen Mythologie.

So ist über einem Vorsprung im Zentrum der Riese Polyphem zu sehen, ein Sohn Poseidons, der die Wassernymphe Galateia verehrte und auf sie und ihren menschlichen Liebhaber Akis hinunterblickt. In den Dichtungen erschlug er diesen aus Eifersucht mit einem Felsbrocken und Galateia verwandelte Akis daraufhin in einen Flussgott, um wieder mit ihm zusammen zu sein.

medici brunnen

Neben dem Schloss stehen auch Sportmöglichkeiten durch Basketball- und Tennisplätze zur Verfügung. Für Kinder gibt es neben Spielplätzen ein Marionettentheater und die Möglichkeit, kleine Segelboote für das Wasserbecken auszuleihen.

Anreise:

Métro: Linie 4 und 10 ( Haltestelle Odéon)

RER: RER B ( Haltestelle Luxembourg-Sénat )

Bus: Linien 21, 27, 38, 58, 82, 83, 84, 85 und 89

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