Jardin des Tuileries

jardin des tuileries, statue auguste rodinDer rund 25 Hektar große Jardin des Tuileries, der sich zwischen dem Place de la Concorde und dem Louvre befindet, gehört neben dem Jardin du Luxembourg zu den meistbesuchten Parks in Paris. Der Park entstand Mitte des 16. Jahrhunderts zusammen mit dem später zerstörten Tuilerienpalast im Auftrag der französischen Königin Katharina von Medici. Nach dem Tod von König Heinrich II. entschied sie sich zum Verkauf der bisherigen Königsresidenz, um einen neuen Palast mitsamt Garten nahe des Louvre zu bauen und aufgrund ihrer italienischen Herkunft ließ sie beide im Stil der Renaissance errichten. Die Beinamen haben ihren Ursprung durch die Ziegelei (Tuilerie), die zuvor an dem Platz angesiedelt war. Während der nächsten Königsherrschaften wurde der Garten mehrfach umgestaltet, unter anderem durch André Le Nôtre, den Gartenarchitekten des „Sonnenkönigs“ Ludwig XIV. Dieser veränderte ihn zu einem Barockgarten und legte unter anderem mehrere Wasserbecken, Terrassen und breite Wege an. Kurz vor dem Umzug des Hofes nach Versailles wurde der Jardin des Tuileries zwar für Teile der Bevölkerung geöffnet, aber erst mit der Französischen Revolution zu einem wirklich öffentlichen Park. Nur ein kleiner Teil blieb für die Königsfamilie um Ludwig XVI. und Marie-Antoinette reserviert, nachdem sie zur Überwachung in den Tuilerienpalast gebracht worden war.

Mit dem Einzug von Napoleon I. in den Palast war der Park auch vermehrt Schauplatz für Siegesparaden oder spezielle Feierlichkeiten und so fand hier zum Beispiel die Hochzeits-Prozession nach seiner Heirat mit Marie-Louise von Österreich statt. Folgende Herrscher wie Napoleon III. veränderten den Park, indem sie private Bereiche erweiterten und es entstanden eine Orangerie und eine Halle für die Sportart Jeu de Paume, dem Vorläufer von Tennis. Heute befinden sich in den Gebäuden Kunstmuseen und der Park besteht wieder in der Form, wie er von André Le Nôtre im 17. Jahrhundert geschaffen wurde.

jardin des tuileries wasserbecken

Im Tuileriengarten gibt es wie im Jardin du Luxembourg überall Sitzgelegenheiten durch zahlreiche Stühle, die im Park verteilt sind. Besonders die Wasserbecken laden zum Verweilen ein und am zentralen runden Bassin sitzt man zum Beispiel mit direktem Blick auf den Louvre.

jardin des tuileries, louvre

Zur südlichen Seite hat man eine gute Sicht auf den Obelisken von Luxor, der das Hauptmerkmal des Place de la Concorde darstellt, sowie den Arc de Triomphe. Hier befindet man sich in der sogenannten „Axe historique“, der Sichtachse, die vom Louvre über die Champs-Élysées bis zum Hochhausviertel La Défense führt.

jardin des tuileries, axe historique

Neben den zahlreichen Wasserbecken bietet der Jardin des Tuileries weitläufige Rasenflächen mit Pflanzen- und Blumenbeeten sowie quer durch den Park verteilte Skulpturen von berühmten Künstlern wie Auguste Rodin oder Alberto Giacometti. Es gibt hier außerdem zwei kleine Cafés, einen Abenteuerspielplatz und einen Bereich mit Bodentrampolinen.

Von Ende Juni bis Mitte August findet im Park auch die Sommerkirmes Fête des Tuileries statt, bei der man zum Beispiel im Riesenrad aus über 60 Metern Höhe einen tollen Blick über die Stadt hat.

jardin des tuileries riesenrad

Im Westen des Parks befinden sich die zwei Kunstmuseen. In der Galerie nationale du Jeu de Paume waren bis zur Eröffnung des Musée d’Orsay im Jahr 1986 Werke des Impressionismus ausgestellt. Heute sind hier Ausstellungen zeitgenössischer Foto- und Videokunst zu sehen.

jeu de paume

Das Musée de l’Orangerie stellt hauptsächlich Werke des Impressionismus und Spätimpressionismus aus und hier kann man zum Beispiel die berühmte Serie der Seerosenbilder von Claude Monet besichtigen. Zur Kollektion gehören außerdem Gemälde weiterer bedeutender Künstler wie Pierre-Auguste Renoir, Henri Matisse, Paul Cézanne und Pablo Picasso. Sehenswert sind auch die vor dem Museum aufgestellten Statuen des Bildhauers Auguste Rodin. Die bekannteste unter ihnen ist Der Kuss, von der eine weitere Skulptur im Musée Rodin zu besichtigen ist.

musee de l orangerie

Anreise:

Métro: Mit der Linie 1 bis zur Haltestelle Tuileries

Bus: Linien 21, 24, 27, 39, 42, 48, 68, 72, 73, 81, 84, 94 und 95

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