Jardin des Plantes

Der Jardin des Plantes ist ein etwa 24 Hektar großer botanischer Garten im südöstlichen Teil von Paris und Hauptsitz des französischen Naturkundemuseums. Ursprünglich gab es auf dem Gelände lediglich einen königlichen Heilpflanzengarten, der von Ludwig XIII. im Jahr 1635 in Auftrag gegeben wurde. Im 18. Jahrhundert war unter anderem der bekannte Naturforscher Georges-Louis Leclerc Direktor des königlichen Gartens und ließ während dieser Zeit viele botanische Erweiterungen vornehmen. Trotz der Verbindung zur Monarchie blieb der Garten während der Französischen Revolution erhalten und 1793 wurde das Naturkundemuseum in den bestehenden Gebäuden gegründet.

Neben wissenschaftlicher Forschung hatte das Museum auch das Lehren zum Ziel und es wurden 12 Professoren angestellt, unter denen auch der bekannte Zoologe und Botaniker Jean-Baptiste Lamarck war. Dieser verfasste mehrere botanische Enzyklopädien und gilt als Begründer der Zoologie der wirbellosen Tiere, über die er auch als Professor lehrte. Er war es auch, der den Begriff Biologie in der Naturwissenschaft mitprägte und als erster eine zusammenhängende Evolutionstheorie vorstellte. Ihm zu Ehren ist ein Denkmal am Eingang des Gartens aufgestellt, das von dem Bildhauer Léon Fagel erstellt wurde.

jardin des plantes, statue lamarck

Schmale Wege führen ins Innere des Gartens und von hier blickt man direkt auf die Grande Galerie de l‘évolution. Das Museum beschäftigt sich mit der Evolution verschiedener Tierarten und stellt die Vielfalt der heutigen Tierwelt dar. Auf mehreren Etagen gibt es zudem Informationen über ausgestorbene sowie bedrohte Tierarten.

jardin des plantes, galerie de l'evolution

Die Wege werden von zahlreichen Bäumen flankiert und sind mit einer ständig wechselnden Auswahl an Blumensorten geschmückt, die jeden Frühling neu gepflanzt werden.

jardin des plantes blumen

Im Westen des Gartens befinden sich zwei weitere Museen. Die Galerie de paléontologie et d’anatomie comparée entstand erst zur Weltausstellung im Jahr 1900. Hier kann man eine große Sammlung an Skeletten ausgestorbener Tierarten besichtigen, darunter auch von Dinosauriern. Neben dem Museum ist zudem ein kleiner Irisgarten angelegt. Die Galerie de minéralogie et de géologie ist hauptsächlich der Mineralogie gewidmet und beherbergt hunderttausende Gesteinsproben, Kristalle und Edelsteine sowie über 1000 Meteoriten. Vor dem Museum verläuft außerdem ein Rosengarten mit über 150 europäischen Rosensorten.

Jardin des Plantes Rosen

Im östlichen Teil des Parks gibt es neben einer Botanikschule unter anderem einen Zoo, einen alpinen Garten sowie vier große Gewächshäuser. Die Ménagerie du Jardin des Plantes ist ein zoologischer Garten mit etwa 1000 Tieren und einer großen Vielfalt an Vogelarten und Amphibien. Es ist einer der ältesten Zoos der Welt und entstand während der Französischen Revolution, um die exotischen Tiere am ehemaligen Königshof in Versailles umzusiedeln. Der Dichter Rainer Maria Rilke schrieb hier das berühmte Zoo-kritische Gedicht Der Panther während seines ersten Aufenthalts in Paris Anfang des 20. Jahrhunderts.

Der Jardin alpin war von Anfang an Bestandteil im Jardin des Plantes, aber wurde erst Mitte des 18. Jahrhunderts großflächig erweitert. Heute beherbergt der Garten tausende Sträucher und Kräuter aus verschiedenen Bergregionen der Welt wie dem Himalaya oder den Alpen.

Die vier großen Gewächshäuser Grandes Serres bieten Besuchern eine Vielfalt an Pflanzen, Bäumen und Orchideen aus entfernten Regionen der Erde wie den Anden, Südafrika oder Madagaskar. Henri Rousseau hatte hier während seiner Besuche die Idee für seine bekannten Dschungelbilder. Entgegen der Annahme, dass er seine Eindrücke für die Bilder in fernen Ländern gewann, hat er Frankreich nie verlassen. Er ließ sich stattdessen durch die exotischen Pflanzen und die dschungelnahe Atmosphäre in den Gewächshäusern inspirieren und beschrieb sie als traumähnliche Orte.

Öffnungszeiten:

Der Jardin des Plantes ist das ganze Jahr geöffnet. Die genauen Öffnungszeiten für die kleinen Gärten sowie die Gewächshäuser und die Museen sind hier zu finden.

Eintrittsgeld:

Der Jardin des Plantes, die Blumengärten und der Jardin alpin sind kostenlos. Die aktuellen Preise für die Gewächshäuser, die Museen und den Zoo sind auf den verlinkten offiziellen Webseiten aufgelistet.

Karte:

Für eine bessere Orientierung kann man sich hier eine Karte des Jardin des Plantes ansehen.

Anreise:

Métro: Mit der Linie 5 bis zur Station Gare d’Austerlitz

Bus: Mit den Linien 24, 57, 61, 63, 67, 89, 91 bis zur Haltestelle Jardin des Plantes

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