Institut de France

institut de franceDas Institut de France, das sich im 6. Arrondissement nahe der Pont des Arts befindet, ist eine französische Gelehrtengesellschaft und die offizielle Dachorganisation der staatlichen Wissenschaftsakademien. Das Institut wurde 1795 etabliert, nachdem die königlichen Akademien im Zuge der Französischen Revolution aufgelöst worden waren. Es verwaltet mehrere Museen sowie rund 1000 Stiftungen und beherbergt fünf wissenschaftliche Akademien: Die Académie française hat die Pflege der französischen Sprache zum Ziel, die Académie des Inscriptions et Belles-Lettres befasst sich mit der Kultur und Geschichte der Alten Welt bis zur Gegenwart und die Académie des sciences fördert die naturwissenschaftliche Forschung. Die Académie des sciences morales et politiques beschäftigt sich mit Themenbereichen wie Soziologie oder Recht und die Académie des Beaux-Arts umfasst die Bereiche Malerei und Bildhauerei, Musik sowie Architektur.

Der Sitz des Instituts ist seit 1805 im Collège des Quatre Nations (Kolleg der vier Nationen), welches in den Jahren 1662 bis 1688 nach einem Entwurf des Architekten Louis Le Vau errichtet wurde. Das Bauwerk ist auch bekannt als Collége Mazarine, weil es von Kardinal Mazarin, dem regierenden Minister des „Sonnenkönigs“ Ludwig XIV. finanziert wurde. Nach seinem Tod im Jahr 1661 legte dieser im Testament fest, dass sein Vermögen zur Errichtung einer Akademie genutzt werden sollte. Der offizielle Name hat seinen Ursprung in dem Wunsch Mazarins, dass die Akademie Adelige aus den vier Gebieten ausbilden sollte, welche infolge des Westfälischen- und des Pyrenäenfriedens an Frankreich abgetreten worden waren. Er wollte außerdem in der angeschlossenen Kapelle beerdigt werden und hatte dabei seinen Vorgänger und Mentor Kardinal Richelieu als Vorbild, der in der Kapelle der Sorbonne beerdigt ist.

Das Bauwerk wurde im barocken Architekturstil errichtet und eine gute Sicht auf die Frontfassade hat man zum Beispiel auf der Pont des Arts.

institut de france, pont des arts

Unter den vier Bibliotheken des Instituts befindet sich die bedeutende Bibliothèque Mazarine, die als die älteste Bibliothek in Frankreich gilt. Sie erhielt ihren Namen auch durch Kardinal Mazarin, der seine umfangreiche Sammlung an literarischen Werken dem Collège des Quatre Nations stiftete. Aus diesem Grund findet man im Lesesaal auf zahlreichen Schränken und Bücher-Einbänden sein Emblem. Die Bibliothek wurde Ende des 17. Jahrhunderts kurz nach dem Bau des Collège fertiggestellt und beherbergt etwa 400.000 Werke aus der Zeit des Mittelalters bis ins 18. Jahrhundert. Zu den berühmtesten Werken gehören zwei seltene Gutenberg-Bibeln, von denen nur 180 Exemplare hergestellt wurden.

bibliotheque mazarine

Öffnungszeiten:

Das Institut ist in den Innenräumen nur während der Europäischen Tage des Kulturerbes (Journées du patrimoine) am dritten Septemberwochenende zu besichtigen. Einzig die Bibliothèque Mazarine kann dauerhaft besichtigt werden.

Die Bibliothek ist montags bis freitags von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet, samstags und sonntags ist sie geschlossen.

Anreise:

Métro: Mit der Linie 7 bis zur Haltestelle Pont Neuf

Bus: Linien 24 und 27 bis zur Haltestelle Pont des Arts – Quai de Conti

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