Canal Saint-Martin

Der Canal Saint-Martin ist einer der Schifffahrtskanäle von Paris und liegt im Osten der Stadt. Er ist fast 5 Kilometer lang und verbindet die Seine mit dem im Norden gelegenen Canal de l‘Ourcq. Im Jahr 1802 gab Napoleon I. den Bau zusammen mit zwei weiteren Schiffskanälen in Auftrag, denn diese sollten die Stadt mit frischem Wasser aus dem etwa 100 Kilometer entfernten Fluss Ourcq versorgen und die Transportrouten ausbauen. Aufgrund der zahlreichen Kriege während des Ersten Kaiserreichs wurden die Arbeiten allerdings zunächst aufgeschoben.

Nach der Abdankung von Napoleon ließ Ludwig XVIII. das Projekt neu aufleben und mit erfolgreicher Finanzierung fand 1822 die Grundsteinlegung statt. Etwa 3 Jahre später war der Canal St. Martin dann fertiggestellt und wurde von Karl X. eingeweiht. Während des Zweiten Kaiserreichs ab 1852 ließ der Stadtplaner Haussmann einen Teil der Strecke unterirdisch legen, denn dies erlaubte im Ernstfall eine schnellere Verteilung von Truppen in den umgebenen Arbeitervierteln, denen die Regierung misstraute. Heute ist der Kanal denkmalgeschützt und wird fast das ganze Jahr für Bootstouren genutzt, die auch durch den unterirdischen Tunnel führen.

Entlang der Ufer, die von jahrhundertealten Kastanienbäumen gesäumt werden, kann man bei gutem Wetter spazieren gehen, picknicken oder in einem der zahlreichen Cafés und Bistros entspannen. An den Sommerwochenenden sitzen hier auch viele Einheimische bis in die Nacht, um zusammen zu feiern.

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Bootstour Canal Saint-Martin

Eine Bootstour auf dem Canal Saint-Martin bietet die Möglichkeit, eher unbekannte Teile von Paris zu erkunden, die abseits der typischen Touristenwege verlaufen. Ein Teil der Fahrt findet anfangs auf der Seine statt und so kann man trotzdem viele berühmte Sehenswürdigkeiten vom Wasser aus betrachten.

Die Tour startet morgens in der Nähe des Musée d‘Orsay. Auf der Seine zieht das Boot zunächst an weiteren bekannten Sehenswürdigkeiten wie dem Louvre vorbei, fährt unter den Brücken Pont des Arts und Pont Neuf hindurch und passiert die Île de la Cité mit der Kathedrale Notre-Dame. Danach geht es in den Bootshafen Port de l‘Arsenal, auf dem der Canal St. Martin beginnt. Am Ende des Hafens liegt dann schon das erste Portal des 2 Kilometer langen unterirdischen Tunnels. Das Boot fährt in dem beleuchteten Tunnel unter dem Place de la Bastille entlang, bis zum nördlichen Portal, an dem die Tour wieder überirdisch fortgesetzt wird. Hier befindet sich auch der Drehort für eine Szene des berühmten Kinofilms Die wunderbare Welt der Amélie, in der die Hauptdarstellerin während ihrer Arbeitspausen Steine auf dem Wasser hüpfen lässt.

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Das Boot passiert von nun an historische Stadtviertel, fährt unter gebogenen Fußgängerbrücken hindurch und trifft auf insgesamt 9 Schiffsschleusen. Diese können bestimmte Streckenabschnitte schnell mit Wasser auffüllen, um so das Gefälle des Kanals auszugleichen. Die Tour führt gegen Ende zu einem angelegten See, dem Bassin de la Villette, der 25 Meter über dem Wasserpegel der Seine liegt. Ziel ist der nahe gelegene Parc de la Villette mit seinen zahlreichen Attraktionen wie dem Wissenschaftsmuseum Cité des sciences sowie dem Kino La Géode. Von hier kann man den Park erkunden und später zum Beispiel mit der Métro zurück in die Innenstadt fahren oder die Rückfahrt mit der Bootstour am Nachmittag nutzen.

Tickets

Tickets für die Bootsfahrt können bei Reiseanbietern wie zum Beispiel Viator online gebucht werden. Die Tour dauert etwa 2,5 Stunden und kann sowohl für morgens als auch nachmittags reserviert werden.

Anreise:

Métro: Mit den Linien 3, 5, 8, 9 oder 11 bis zur Haltestelle République.

Bootstour: Mit der Linie 12 bis zur Haltestelle Solférino (Abfahrt Pont de Solférino)

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