Bois de Vincennes

Der Bois de Vincennes ist ein großer Stadtwald am Rand des 12. Arrondissements im östlichen Teil der Stadt. Er ist neben dem Bois de Boulogne einer der zwei Stadtwälder von Paris und mit fast 1000 Hektar Fläche der größte Park in Paris. Das Gelände diente ursprünglich als Jagdrevier für die Königsfamilien und entstand in seiner derzeitigen Form Mitte des 19. Jahrhunderts im Auftrag von Napoleon III. Der Stadtwald wurde als Gegenstück zum Bois de Boulogne im Westen entworfen und sollte den Bewohnern der östlichen Arrondissements einen ähnlich großen Park zur Verfügung stellen. Georges-Eugène Haussmann, der Stadtplaner von Paris zu der Zeit, beauftragte den Landschaftsarchitekten Jean-Charles Alphand, welcher schon bei der Gestaltung des Bois de Boulogne beteiligt war und der Stadtwald wurde in den Jahren 1855 bis 1866 im Stil der englischen Gärten erstellt.

Der Park liegt zwar weit vom Zentrum der Stadt entfernt, ist aber einfach mit der Métro zu erreichen. Steigt man zum Beispiel an der Haltestelle Château de Vincennes aus, kommt man auf dem Weg zum Stadtwald an dem gleichnamigen Schloss vorbei. Karl V. ließ es Mitte des 14. Jahrhunderts in der heutigen Form erbauen und ersetzte damit eine Festung an der gleichen Stelle. Es war bis zum Umzug nach Versailles einer der königlichen Wohnsitze und fällt von außen besonders durch den hohen Wohnturm auf. Dieser ragt 52 Meter in die Höhe und ist damit europaweit der höchste noch erhaltene Wohnturm aus dem Mittelalter. Auf dem Schlossgelände befindet sich außerdem die ehemalige königliche Kapelle, welche der Sainte-Chapelle nachempfunden wurde, auch wenn sie im Gegensatz zum Original über keine Unterkapelle verfügt. Besichtigt werden kann das Schloss täglich für 8,50 Euro.

chateau vincennes

Erreicht man den Park, findet man neben kilometerlängen Wander- und Reitwegen riesige Grünflächen und vier Seen vor, die durch zahlreiche Wasserströme miteinander verbunden sind. Darüber hinaus befinden sich auf dem Gelände unter anderem ein Zoo, ein Arboretum mit hunderten exotischen Bäumen sowie der botanische Garten Parc Floral. An den Seen stehen Ruderboote zur Verfügung, um den Stadtwald über Wasser zu erkunden und für die Miete zahlt man 10 bis 12 Euro pro Stunde. Außerdem gibt es mehrere Stationen, an denen man sich Fahrräder ausleihen kann und zahlt je nach Station für einen ganzen Tag zwischen 10 bis 15 Euro.

Unter den vier Seen im Stadtwald gilt der 12 Hektar große Lac Daumesnil als einer der schönsten. In der Mitte sind zwei begehbare Inseln angelegt, die durch eine Brücke miteinander verbunden sind. Auf der Insel Île de Reuilly befindet sich über einer angelegten Grotte ein griechischer Rundtempel mit Säulen in dorischer Ordnung. Er wurde von dem Architekten Gabriel Davioud angefertigt, welcher unter anderem auch den Sibyllentempel im Parc des Buttes-Chaumont erstellte.

see

Trotz der Nähe zur Stadtautobahn Boulevard périphérique hat man rund um den See nicht den Eindruck, sich inmitten einer Metropole zu befinden. Der Bois de Vincennes ist somit ideal, um sich in die Natur zu begeben, ohne Paris zu verlassen. Man sieht hier oft nichts außer Bäumen und Grünflächen und hört nur Blätterrauschen oder das Fließen der Bäche, die die Seen mit Wasser aus der Seine versorgen.

bois de vincennes bach

Für Familien eignet sich besonders im Frühling ein Besuch des Parks, wenn über mehrere Wochen der Foire du Trône stattfindet, welcher der flächenmäßig größte Jahrmarkt Frankreichs ist. Er wird in der Nähe des Sees auf der „Pelouse de Reuilly“ aufgebaut.

Für eine bessere Orientierung kann man sich hier eine Karte des Bois de Vincennes anschauen.

Öffnungszeiten:

Der Park ist den ganzen Tag geöffnet.

Anreise:

Métro: Mit der Linie 1 bis zur Haltestelle Château de Vincennes oder mit der Linie 8 bis zur Haltestelle Porte Dorée.

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