Bois de Boulogne

Der Bois de Boulogne ist neben dem Bois de Vincennes einer der beiden Stadtwälder von Paris und liegt am Rand des 16. Arrondissement nahe des Vorortes Boulogne-Billancourt. Er ist mit knapp 850 Hektar der zweitgrößte Park der Stadt und deckt zusammen mit dem Bois de Vincennes den Großteil der Grünflächen von Paris ab. Ursprünglich diente das Gebiet ab dem 7. Jahrhundert vor allem als Jagdrevier für die Königsfamilie und den Hofstaat. 1814, kurz nach der Schlacht bei Paris im Laufe der Befreiungskriege, besetzte die Koalitionsarmee den Wald und holzte den Großteil der Bäume für Hütten und die Brennholzversorgung ab. Danach blieb das Gelände bis Mitte des 19. Jahrhunderts ungenutzt und war von der Belagerung gezeichnet.

Der Wald in seiner heutigen Form entstand von 1853 bis 1857 auf Anweisung von Kaiser Napoleon III. Sein Ziel war es, den Bürgern in den wachsenden Arrondissements im Westen eine riesige Grünanlage im Stil der englischen Gärten zu bieten. Zu diesem Zeitpunkt gab es nur vier Parks in Paris, die darüber hinaus im Zentrum der Stadt lagen. Georges-Eugène Haussmann, der damalige Stadtplaner von Paris, beauftragte dafür zunächst den Architekten Jakob Ignaz Hittorff, welcher vor allem durch die Brunnen auf dem Place de la Concorde bekannt war, sowie den Gartengestalter Louis-Sulpice Varé. Aufgrund von Fehlplanungen bezüglich der angelegten Seen wurden beide allerdings entlassen und die Arbeiten wurden von Jean-Charles Alphand übernommen, welcher in der Folgezeit auch die Gestaltung des Bois de Vincennes sowie vieler anderer Parks in der Stadt durchführte.

Abgesehen von einigen Plätzen, an denen man die Geräusche der angrenzenden Autobahn hört, hat man heute ähnlich wie im Bois de Vincennes durch die weite Natur nicht den Eindruck, dass man sich inmitten einer Metropole wie Paris befindet. Es gibt hier unter anderem kilometerlange Wander- und Radwege, tausende Bäume und zwei Seen, die man mit dem Ruderboot befahren kann.

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Für Familien ist besonders der kleine Freizeitpark Jardin d’Acclimatation interessant, der sich im nördlichen Teil des Parks befindet und das ganze Jahr hindurch geöffnet ist. Für einen Besuch bietet es sich an, vom U-Bahnhof Porte Maillot mit einer kleinen Eisenbahn quer durch den Stadtwald zu dem Freizeitpark zu fahren. Der Preis für die Fahrt und den Eintritt beträgt 5,90 Euro pro Person.

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Nur wenige Gehminuten vom Vergnügungspark entfernt liegt die Fondation Louis Vuitton, die im Jahr 2014 eröffnet wurde. Das Bauwerk mit den charakteristischen Segeln aus Glas wurde von dem Architekten Frank Gehry entworfen und Vorbild für die Stahl- und Glaskonstruktion war der Grand Palais. In dem futuristisch aussehenden Gebäude gibt es ein Kunstmuseum für Werke des 20. Jahrhunderts sowie ein Kulturzentrum und der Eintrittspreis für Erwachsene beträgt 14 Euro.

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Im Süden befindet sich die berühmte Tennisanlage Roland Garros, die jedes Jahr Austragungsort für die French Open ist. Außerdem gibt es botanische Gärten wie den Parc de Bagatelle auf dem Gelände, die zu den meisten Zeiten des Jahres kostenlos sind. Möchte man den Park über Wasser oder mit dem Fahrrad erkunden, findet man rund um die zwei Seen Lac Inférieur und Lac Supérieur Stationen für Ruderboote oder Mieträder vor und je nach Station zahlt man für ein Ruderboot rund 10 und für ein Fahrrad etwa 5 Euro pro Stunde.

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Für die Verpflegung gibt es mehrere Restaurants, die vor allem an den Seen angesiedelt sind, aber bei schönem Wetter ist der Bois de Boulogne auch gut zum Picknicken geeignet.

 Zur besseren Orientierung kann man sich hier eine Karte des Parks ansehen.

Öffnungszeiten:

Der Park ist durchgehend geöffnet.

Anreise:

Métro: Mit der Linie 1 bis zur Haltestelle Porte Maillot oder mit der Linie 2 bis zur Haltestelle Porte Dauphine.

Bus: Linien 32, 52, 63, 73, 82, 241 und 244

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